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Terrorangst, Finanzsorgen: Reiselust der Deutschen sinkt

Hamburg Terrorangst, Finanzsorgen: Reiselust der Deutschen sinkt

Jeder Fünfte will nicht in Urlaub fahren — Schleswig-Holstein droht schwere Saison.

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Zukunftsforscher Ulrich Reinhardt

Hamburg. Schleswig-Holstein steht offenbar vor einer nicht ganz einfachen Urlaubssaison. Denn den Deutschen ist die Reiselust vergangen. Erstmals seit 2010 sinkt die Reiseintensität. Der Terrorismus, der Urlaubsorte und unschuldige Touristen zum Ziel nimmt, sowie ungelöste wirtschaftliche Fragen veranlassten schon mehr als jeden fünften Bundesbürger dazu, in diesem Jahr keinen mindestens fünftägigen Urlaub zu planen. Hinzu kämen mehr als ein Drittel Unentschlossene. Das sagte Ulrich Reinhard, Leiter der Stiftung für Zukunftsfragen, gestern in Hamburg bei der Vorstellung der 32. Deutschen Tourismusanalyse.

„Die Unsicherheit hat die Tourismusbranche erreicht“, erklärte Reinhardt. Viele Bundesbürger stellten die wichtigste Voraussetzung für den Urlaub überhaupt in Frage: die Sicherheit vor Ort. Betroffen bleibt wohl nicht allein das Ausland. Denn obendrein wachse bei den Bundesbürgern die Skepsis, was die wirtschaftliche Entwicklung im Inland angeht. Viele fragten sich: „Ist es jetzt die richtige Zeit, um unterwegs zu sein?“ Die Stiftung für Zukunftsfragen hat 4000 Personen ab 14 Jahren repräsentativ befragt.

Für den Hamburger Wissenschaftler dramatisch: Ausgerechnet der „Tourismus-Motor der vergangenen Jahre“, die Generation der über 55-Jährigen, um die Schleswig-Holstein besonders buhlt, geht weniger auf Reisen (minus sechs Prozentpunkte) — für Reinhardt „ein Erdrutsch“. Vier von fünf aller Befragten gaben an, im laufenden Jahr eine Rezession in Deutschland zu befürchten. „German Angst spielt eine große Rolle“, analysierte Reinhardt.

Laut Befragung sank der Anteil der Reisenden, die ihren Haupturlaub in Schleswig-Holstein verbrachten, im vergangenen Jahrzehnt von einem Marktanteil von 6,7 auf 5,1 Prozent. Die zuletzt positive Entwicklung der Übernachtungszahlen sei wesentlich im wachsenden Anteil ausländischer Gäste und dem hohen Anteil von Kurzurlaubern begründet, relativierte der Zukunftsforscher die guten Tourismuszahlen des Nordens.

Mecklenburg-Vorpommern legte dagegen im Zehn-Jahres-Vergleich als einziges deutsches Urlaubsziel satt zu. Fast doppelt so viele Urlauber wie 2005 entschieden sich für den Nordosten (Marktanteil: 7,9 Prozent). Die neuere Infrastruktur und ein gutes Preis-Leistungsverhältnis seien ausschlaggebend dafür. Beeindruckend: 2015 zog es mehr Bundesbürger nach Mecklenburg-Vorpommern als nach Asien, Nordamerika und Nordafrika zusammen. Preiswert ist die Ostsee dabei nicht, egal in welchem der beiden Bundesländer. Nirgendwo anders im Inland gaben Gäste für ihren Haupturlaub mehr aus: 924 Euro pro Person.

Trotz aller Sorgen bleiben Lichtblicke. Deutschland ist weiter das attraktivste Reiseziel für Bundesbürger. Urlaubsziele wie Schleswig-Holstein könnten es schaffen, ihr Vorjahresergebnis zu halten, sagte Reinhardt. Denn der langanhaltende Trend zum immer kürzeren Urlaub ist gebrochen. Die Reisedauer des Haupturlaubs liegt bei 13 Tagen. Reinhardt: „Von den 18 Tagen Urlaub, die unsere Eltern-Generation 1980 machte, können wir aber nur träumen.“

Spanien gewinnt, die Türkei verliert

Das beliebteste Auslandsziel der Deutschen war, ist und bleibt Spanien. Mit 14,2 Prozent aller Buchungen ist das Land klarer Spitzenreiter. Die türkischen Urlaubsgebiete mussten mit 6,0 Prozent erstmals seit Jahren einen Rückgang bei den Besucherzahlen hinnehmen. Die Türkei liegt damit hinter Italien (8,8 Prozent) auf Rang drei. Der Vierte Österreich verlor deutlich (3,8 Prozent). Schneesicherheit nur noch in höheren Lagen könnte ein Grund für den Rückgang sein, so die Stiftung für Zukunftsfragen. Griechenland verbuchte trotz der Negativ-Schlagzeilen im vorigen Jahr einen leichten Zugewinn — und rangiert auf Rang sieben. Die Schließung der Grenzen in Europa werde keinen messbaren Einfluss auf den Tourismus haben, prognostiziert die Stiftung.

Curd Tönnemann

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