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Teurer Meilenstein: VW und US-Justiz einigen sich

Wolfsburg Teurer Meilenstein: VW und US-Justiz einigen sich

Die ohnehin schon hohe Abgasrechnung wird wohl noch viel teurer – Der Konzern soll über vier Milliarden Euro zahlen.

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Hat der damalige Vorstand um Martin Winterkorn den Abgasskandal vertuscht? FRISO GENTSCH/DPA

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Wolfsburg. Milliarden über Milliarden: Die Einigung zwischen VW und der US-Justiz in strafrechtlichen Fragen lässt die immensen Kosten des Abgas-Skandals für den Konzern erneut ansteigen. Am Dienstagabend war eine mögliche Bußgeld- und Strafzahlung von 4,3 Milliarden Dollar (4,1 Milliarden Euro) bekannt geworden.

Selbst wenn die Wolfsburger damit einen Meilenstein erreichen, ist der Ärger noch lange nicht vorbei. Zumal auch in Deutschland viele Staatsanwälte weiter ermitteln. Seit über einem Jahr waren die US-Bundespolizei FBI und Fahnder anderer Justizbehörden im Ursprungsland von „Dieselgate“ dem Verdacht krimineller Taten nachgegangen. VW hatte Abgaswerte Hunderttausender Dieselwagen manipuliert.

Mit dem Deal in den Vereinigten Staaten könnte man sich nun freikaufen – allerdings zu einem hohen Preis und nur als Unternehmen. Weitere Prüfungen gegen Manager, Ingenieure oder andere einzelne Verantwortliche stehen auf einem anderen Blatt.

„Die Vereinbarung, die jetzt in den USA im Raum steht, hat keinen Einfluss auf unsere Verfahren hier in Deutschland“, betont der Braunschweiger Oberstaatsanwalt Klaus Ziehe. Seine Behörde ermittelt aktuell gegen 31 Beschuldigte – wegen möglicher Marktmanipulation auch gegen Ex-Konzernchef Martin Winterkorn, VW-Markenchef Herbert Diess sowie Chefaufseher und Ex-Finanzvorstand Hans Dieter Pötsch.

Welche Rolle sie gespielt haben, werde unabhängig vom US-Verfahren nach wie vor mit Hochdruck geprüft. Der Austausch mit den amerikanischen Kollegen sei dabei in allen Fragen „sehr eng und gut“, unterstreicht Ziehe.

Auch in der US-Klageschrift belasten Zeugenaussagen von VW-Insidern das Management schwer. Noch kurz bevor die US-Behörden die Abgas-Manipulationen öffentlich machten, habe die Führungsebene Vertuschung angeordnet, heißt es darin. Die Geheimhaltung soll angeblich von oben vorgegeben gewesen sein. Sollten sich die Anschuldigungen erhärten, könnte es noch einmal sehr unbequem werden.

Die finanzielle Last der Diesel-Affäre drückt derweil immer stärker auf die VW-Bilanz, die ohnehin angespannt ist. Da der Konzern sich mit Kunden, Autoverkäufern und Behörden bei US-Zivilklagen bereits auf Vergleiche geeinigt hat, die über 17 Milliarden Dollar kosten könnten, werden die Rückstellungen wohl nicht reichen. Bislang hatte Volkswagen 18,2 Milliarden Euro für Rechtskosten im Abgas-Skandal beiseitegelegt. Nun dürfte die Rechnung weiter steigen. „Die Summe tut weh, wäre aber verkraftbar“, glaubt der Experte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen – mögliche Folgen der Klagen von Aktionären nicht einbezogen.

LN

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