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Teurer Strom: Preise ziehen 2017 deutlich an

Lübeck Teurer Strom: Preise ziehen 2017 deutlich an

Lieferanten müssen Kosten der Energiewende auf Kunden umlegen – Vor allem Netzentgelte steigen.

Lübeck. Immer mehr Strom wird aus erneuerbaren Quellen erzeugt – aber der Ausbau der Übertragungsnetze hält damit nicht Schritt. Nun bekommen die Verbraucher den langsamen Ausbau der Stromnetze zu spüren. Stromkunden in ganz Deutschland müssen sich 2017 auf eine höhere Rechnung einstellen – auch und gerade in Schleswig-Holstein. Grund dafür sind steigende Umlagen und Netzentgelte.

Die Lübecker Stadtwerke erhöhen ihre Preise zum 1. Januar 2017 um drei bis sechs Prozent – je nach Tarif. Vor allem durch Kostensenkungen in der Energiebeschaffung aber auch durch eine Senkung der Netzentgelte der eigenen Netzgesellschaft sei es den Stadtwerken gelungen, den ungebrochenen Anstieg für die Kunden weitgehend abzufangen, sagt Geschäftsführer Jürgen Schäffner.

Auch die Vereinigten Stadtwerke kommen an einer Preiserhöhung zum Januar 2017 nicht vorbei, erklärt Geschäftsführer Heinz Grothkopp. „Die Umlagen und Netzentgelte können wir nicht kompensieren.“ Ein Durchschnittshaushalt mit einem Jahresverbrauch von 2750 Kilowattstunden werde im kommenden Jahr mit 29 Euro mehr belastet. „Es ist schwer, das den Kunden zu vermitteln, wo der eigentliche Strompreis an den Strombörsen sinkt.“

Für Grundversorger Eon sei es noch zu früh, verlässliche Prognosen abzugeben, sagt Sprecher Maximilian Heiler. Daher gelte für Eon-Kunden bis auf weiteres, dass die Preise stabil blieben.

Die Kosten für die Stromnetze werden 2017 massiv erhöht. Ove Struck, Sprecher der Schleswig-Holstein Netz AG, die 90 Prozent der Netze im Land betreibt, rechnet mit etwa 45 Euro mehr im Jahr für die Endkunden. Erst im September hatte Übertragungsnetzbetreiber Tennet, der auch Schleswig-Holstein versorgt, angekündigt, seine Netzentgelte um 80 Prozent zu erhöhen.

Deutlich teurer wird zudem die Ökostrom-Umlage. Sie wächst um 8,3 Prozent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Die Netzentgelte werden 2017 für einen durchschnittlichen Privatkunden bei 10,4 Cent pro Kilowattstunde liegen, steigen also um 14 Prozent gegenüber 2016 an, erklärt Struck. Bundesweit machen sie im Schnitt rund ein Viertel des Endkundenpreises aus. „In Schleswig-Holstein ist der Anteil eher noch höher.“

Ein Problem der Energiewende: Der Strom, der im Norden dezentral in Windparks oder Photovoltaik-Anlagen produziert wird, kann nicht nach Süden abtransportiert werden. Die Leitungen dafür fehlen.

Stattdessen müssen Entschädigungen für Strom bezahlt werden, der nicht vom Netz aufgenommen werden konnte. Waren das im Jahr 2014 noch 100 Millionen Euro, stieg der Betrag 2015 auf 300 Millionen.

Tennet legt das auf die Netzbetreiber um – und die reichen die Kosten wiederum an ihre Kunden weiter. Ob die Erhöhung tatsächlich auf die Endkundenpreise umgelegt wird, entschieden jedoch die Stromlieferanten, erklärt Ove Struck.

Deutschlandweit müssen sich Stromkunden auf Preiserhöhungen einstellen. Das ergaben bundesweite Vergleiche der Preisportale Check24 und Verivox. Mehr als 200 Versorger – fast jeder vierte Anbieter – hätten bereits Erhöhungen um durchschnittlich 3,5 Prozent angekündigt. Das entspricht etwa 50 Euro im Jahr. Zudem werde für 2017 eine zweite Preiswelle im Frühjahr erwartet.

Kunden können kündigen

Vier Übertragungsnetzbetreiber sind in Deutschland für vier sogenannte Regelzonen verantwortlich. Tennet und 50Hertz decken den Norden und den Osten ab, Amprion und TransnetBW sind im Westen und Südwesten aktiv.

Private Stromkunden haben meist ein Sonderkündigungsrecht, wenn Anbieter den Preis anheben. Sie können den Vertrag zum Zeitpunkt der Erhöhung kündigen – am besten per Einschreiben mit Rückschein.

Jan Dresing

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