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Teures Wohnen im Norden

Kiel Teures Wohnen im Norden

Wohnen im Norden wird immer teurer. Das ist das Ergebnis zweier Untersuchungen zu Miet- und Kaufpreisen. Vor allem in den Ballungsräumen steigen die Preise, aber auch in kleineren Städten wie Lübeck. Dort nahmen die Einwohnerzahlen zu, außerdem werde zu wenig gebaut.

Kiel. Der Immobilienverband Nord (IVD) spricht von erneutem Preisanstieg in den Städten der Region. „Innerstädtisches Wohnen mit entsprechender Infrastruktur bleibt weiter im Fokus vieler Mieter und Käufer“, erläutert Björn Petersen, Vizepräsident des IVD und selbst Immobilienmakler in Kiel. Die Nachfrage nach Eigentumswohnungen ist auch 2017 weiter ungebremst. In Lübeck stiegen die Preise für Eigentumswohnungen um zehn Prozent. Ähnlich hoch war der Anstieg im Vorjahr. Währrend die Preise in den Städten weiter klettern, herrscht laut IVD auf dem Land vorwiegend Preisstabilität. Ein durchschnittliches Einfamilienhaus mit etwa 150 Quadratmetern kostet in Kiel aktuell 380000 Euro. In Lübeck werden für ein vergleichbares Objekt 315000 Euro veranschlagt und in Flensburg rund 300000 Euro. Deutlich teurer wird es im Hamburger Speckgürtel und in den Ferienregionen: In Ahrensburg müsste man 480000 Euro in die Hand nehmen und in der Lübecker Bucht bis zu 580000 Euro. Spitzenreiter in dieser Kategorie ist die Ferieninsel Sylt: 1,5 Millionen Euro wäre das durchschnittliche Einfamilienhaus dort wert.

Auch das Immobilienberatungs-Unternehmen Wüest Partner aus Hamburg rechnet mit einer weiter stark steigenden Nachfrage auf den norddeutschen Wohnungsmärkten. Die Haushaltszahlen wachsen stärker als die Einwohnerzahlen. Der steigende Wohnflächenbedarf pro Kopf lasse die Nachfrage in kleineren Städte im Norden Deutschlands überproportional ansteigen, heißt es in der Untersuchung. Auch für Lübeck erwartet Wüest Partner eine weitere Zunahme von Einwohner- und Haushaltszahlen, wenngleich die Wohnbautätigkeit in Lübeck und Kiel deutlich hinter dem Bedarf zurück bleibe. „Sie deckte in den vergangenen Jahren beispielsweise in Kiel und Lübeck nur ein Fünftel der Nachfrage“, sagt Volker Ottenstöer, Leiter des Standorts Hamburg. Folge: Die Mieten sind in den vergangenen zehn Jahren weiter stark gestiegen.

Die höchsten Preissteigerungen verzeichnete nicht etwa Hamburg, sondern Flensburg, Oldenburg und Rostock, wo sich die Quadratmeterpreise von Mehrfamilienhäusern mehr als verdoppelten. Die Gefahr einer Immobilienblase sehen die Experten jedoch nicht. Sie gehen von stabilen Preisen aus.

mh

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