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Tourismus im Norden ist wieder auf Rekordkurs

Lübeck Tourismus im Norden ist wieder auf Rekordkurs

Branchentreff: Gastgeber Lübeck wird für seinen Internetauftritt prämiert.

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Bester Internet-Auftritt: Melanie Sachse, Andrea Gastager und Annette Ritter (v. l.) wurden für luebeck-tourismus.de und travemuende-tourismus.de ausgezeichnet.

Lübeck. Der Bilderbuchsommer hat bundesweit rekordverdächtige Übernachtungszahlen zur Folge gehabt. Doch können sich die Ferienregionen nicht einfach zurücklehnen. „Für die Zukunft muss sich die Branche auf gravierende Veränderungen einstellen“, erklärte der Präsident des Deutschen Tourismusverbandes, Schleswig-Holsteins Wirtschaftsminister Reinhard Meyer (SPD), gestern beim Deutschen Tourismustag. Die Veranstaltung fand erstmals seit 20 Jahren wieder in Lübeck statt.

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Bester Internet-Auftritt: Melanie Sachse, Andrea Gastager und Annette Ritter (v. l.) wurden für luebeck-tourismus.de und travemuende-tourismus.de ausgezeichnet.

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Der demografische Wandel, veränderte Arbeitszeiten und die zunehmende digitale Vernetzung werden auch die Art des Reisens verändern. Darauf müsse man sich einstellen, sagte Meyer. Für alle Urlaubsregionen Deutschlands bleibe die Saisonverlängerung ein Thema. Doch auch an der Qualität der Unterkünfte müsse weiter gearbeitet werden. „Dazu gehört auch die flächendeckende Breitbandversorgung. W-Lan im Zimmer muss zum Standard werden“, erklärte Meyer. Zur Qualitätsverbesserung soll es ein Förderprogramm der Landesregierung geben, das aber noch von der EU genehmigt werden muss. Geplant ist, dass kleine und mittlere Betriebe mit bis zu 50 Angestellten gefördert werden können — mit maximal 25 000 Euro.

Frischen Wind soll eine neue Tourismusstrategie bringen, die derzeit unter Federführung der Landesregierung entwickelt wird. Sie soll nach Auskunft des Ministers vor der Internationalen Tourismusbörse 2014 vorgestellt werden. Jörn Klimant, Chef des Tourismusverbandes Schleswig-Holstein, forderte zudem weitere Investitionen in Infrastruktur, Produkte und Marketing. „Die positiven Zahlen dürfen nicht darüber hinwegtäuschen, dass sich Schleswig-Holstein unterhalb des Bundestrends entwickelt.“ Der Tourismustag mit 380 Teilnehmern stand unter dem Motto „Kofferpacken für 2030.

Zukunftstrends im Tourismus“.

Am Abend wurde im Columbia Hotel in Travemünde der Tourismuspreis Schleswig-Holstein vergeben. Ausgezeichnet wurden der Ostsee Holstein Tourismus für die Kampagne „Ich bin Ostsee“ (beste Marketingkampagne), die Marketing & Service GmbH im Herzogtum Lauenburg für die Aktion Schildbürger (beste Qualitätsentwicklung) sowie die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH für ihren Internetauftritt.

Der deutsche Tourismuspreis ging an die Explorer Hotels GmbH, die ersten zertifizierten Passivhotels in Europa.

Die meisten Gäste kamen im Juli nach Schleswig-Holstein

18,3 Millionen Gäste übernachteten von Januar bis August in Schleswig-Holstein. Das ist ein Plus von 1,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern konnte gar um 1,7 Prozent zulegen, ebenso wie die ebenfalls beliebte Urlaubsregion Bayern. Demgegenüber gingen die Übernachtungszahlen in Niedersachsen leicht um 0,2 Prozent zurück.

Als bester Monat erwies sich der sonnenreiche Juli mit einem Zuwachs von 11,2 Prozent (August + 4,4 Prozent). Im kalten April hingegen wurde ein Minus von 14,9 Prozent verbucht.

In Lübeck wurden bis einschließlich August 988 965 Übernachtungen gezählt, das ist ein Plus von 5,2 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Die meisten Gäste kamen aus dem Inland, gefolgt von den Schweden, Dänen, Niederländern und Norwegern. Die durchschnittliche Aufenthaltsdauer lag bei 2,4 Tagen.

Julia Paulat

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