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Wirtschaft im Norden Travemünde: Arosa verzichtet auf Sterne
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Travemünde: Arosa verzichtet auf Sterne
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22:18 13.08.2016
Das Arosa in Travemünde wurde im Jahr 2009 sogar mit der höchsten Bewertung „Fünf Sterne Superior“ ausgezeichnet. Quelle: Olaf Malzahn

Fünf Sterne – das verspricht Urlaub in purem Luxus. Das Arosa in Travemünde wurde im Jahr 2009 sogar mit der höchsten Bewertung „Fünf Sterne Superior“ ausgezeichnet.

„Die Gäste orientieren sich an den Sternen.“„Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Dehoga in Schleswig-Holstein

Doch nun sind alle Sterne weg – und das ganz freiwillig. Die Hotelgruppe hat sich entschieden, das Arosa-Resort an der Ostsee nicht erneut klassifizieren zu lassen. „Vor zwei Jahren hat die Restrukturierung des Unternehmens begonnen“, erklärt Arosa- Sprecherin Michaela Störr. „In dieser Phase liefen die Klassifizierungen in Bad Saarow und Travemünde aus und wurden nicht erneuert.“ Das sei allerdings noch keine endgültige Entscheidung. „Ende des Jahres ist die Produktentwicklung abgeschlossen, dann kommt das Thema wieder auf den Tisch“, sagt Störr. Die Aja-Hotels, die wie die Arosa-Resorts zur DSR Hotel Holding gehören, werden dagegen generell nicht klassifiziert.

Einen Trend zum freiwilligen Verzicht auf Sterne kann Stefan Scholtis, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Schleswig- Holstein, der im nördlichsten Bundesland auch für die Bewertung der Betriebe verantwortlich ist, nicht ausmachen. „Das Gegenteil ist eher der Fall“, sagt er . „90 bis 95 Prozent der Hotels lassen sich wieder klassifizieren.“

Bei der bundesweit gültigen Deutschen Hotelklassifizierung werden insgesamt 270 Kriterien in sieben Bereichen von allgemeine Hotelinformationen bis Qualitäts- und Online-Aktivitäten überprüft. Die Klassifizierung gilt drei Jahre. Sie kostet für Dehoga-Mitglieder beim ersten Mal 260 Euro zuzüglich einer Umlage von sechs Euro pro Zimmer. Für eine Wiederholungsklassifizierung fallen für Mitglieder 160 Euro plus sechs Euro pro Zimmer an.

Unterkünfte, die höchsten Ansprüchen (Fünf Sterne) genügen möchten, müssen beispielsweise über eine 24 Stunden lang besetzte Rezeption, mehrsprachige Mitarbeiter und einen Wagenmeisterservice verfügen. In Schleswig-Holstein gibt es aktuell 14 Fünf-Sterne-Hotels. In Travemünde ist in dieser Kategorie nur noch das Atlantic Grand Hotel (ehemals Columbia) vertreten. „Für eine Klassifizierung gibt es vielfältige Motive“, sagt Scholtis. „Die Gäste orientieren sich an den Sternen, das Hotel kann damit werben und seinen Standard nach außen zeigen.“

Ob Hotel oder Ferienhaus: Bei der Auswahl des Urlaubsdomizils achten die Touristen auf die offizielle Klassifizierung. „Für 70 Prozent der Gäste sind – nach einer Umfrage des Deutschen Tourismusverbands – die Sterne sehr wichtig oder wichtig bei der Auswahl eines Ferienhauses oder einer Ferienwohnung“, sagt Catrin Homp, Geschäftsführerin des Tourismusverbands Schleswig-Holstein.

„Das belegt eindrucksvoll die hohe Bedeutung, die die klassischen Zertifizierungssysteme und Qualitätssiegel für die Gäste haben.“

Hotels, die ihre Betriebe nicht klassifizieren lassen, sind nach Angaben von Scholtis häufig kleinere, familiengeführte Hotels, die darauf nicht angewiesen seien. Außerdem gebe es einige Hotels, die Angst hätten, dass sie ihren eigenen Ansprüchen nicht genügen würden und statt mit den erwarteteten vier Sternen nur mit zwei oder drei bewertet werden.

Julia Konerding

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