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Trotz Krisenstimmung: Norla gut gestartet

Rendsburg Trotz Krisenstimmung: Norla gut gestartet

9000 Besucher auf dem Messegelände in Rendsburg: Gezeigt wird moderne Land- und Stalltechnik.

Andreas Elsner zeigt einen der größten Schlepper von Deutz-Fahr. Das Gefährt hat 310 PS und kostet rund 200 000 Euro.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Rendsburg. Roboter übernehmen die Versorgung der Kühe im Stall. Ein elektrischer Futterschieber der Firma Lely Center aus Böklund sorgt dafür, dass die Tiere immer mit frischem Heu versorgt werden, die Melkmaschine mit Namen „Astronaut 04“ kann von den Tieren zu jeder Zeit angesteuert werden. „Dabei werden 3,5 Melkungen pro Tier und Tag angestrebt. Das kann ein Landwirt sonst nicht darstellen“, betont Geschäftsführer Horst Bröge. Feste Melkzeiten gibt es da nicht mehr, die Kuh bestimmt selbst, wann sie gemolken werden will. „Wir möchten zeigen, dass der Einsatz von hochmoderner Technik nicht ausschließt, dass die Tiere sich wohlfühlen.“

LN-Bild

9000 Besucher auf dem Messegelände in Rendsburg: Gezeigt wird moderne Land- und Stalltechnik.

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Neben Bernd und Stephanie Moldenhauer aus Großenaspe beobachtet auch Landwirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) den robotergesteuerten Milchviehstall auf der landwirtschaftlichen Fachmesse. „Diese Norla zeigt die Innovation und die Digitalisierung der Landwirtschaft, die kommen wird und auch schon eingesetzt hat“, meint der Minister. Ein weiteres Beispiel ist bei der umweltschonenden Ausbringung von Gülle zu sehen. „Eigentlich ein Wertstoff, der jedoch bei einem Zuviel schnell zum Problem wird.“ Mit neuester Technik aber könne man an jeder einzelnen Pflanze messen, wie hoch der Düngerbedarf sei, erklärt Habeck. Das präsentiert der Landesverband der Lohnunternehmer in Land- und Forstwirtschaft ein paar Ecken weiter. Die Gülle wird quasi in den Boden injiziert, um die Gewässer möglichst wenig zu belasten und die Emissionen gering zu halten. Dadurch könnten, so Habeck, langfristig alle Verordnungen vermeidbar sein.

Zugleich kritisiert der Minister Discounter, die genfreie Milch für 42 Cent anbieten. „Lebensmittel- und Lebensmittelproduktion stellen einen Wert dar.“ Man dürfe den Bauern, seinen Umgang mit Natur und Tier, nicht als reine Rohstoffverarbeitung abwerten, so sein Appell. Die Preise für Schweinefleisch und Milch sind nun schon seit fast zwei Jahren im Keller. „Das zehrt an der Substanz“, so Peter Levsen Johannsen, Geschäftsführer der Messe Rendsburg. Er rechnet damit, dass in den kommenden Jahren 160 bis 180 Milchviehbetriebe jährlich aufgeben werden. Bisher seien es etwa halb so viele gewesen. Dabei spielten neben wirtschaftlichen Gründen auch Krankheit und fehlende Nachfolger eine Rolle.

Dennoch ging gestern am Vormittag rund um das Messegelände nichts mehr. „Ich bin überrascht, was hier schon los ist, obwohl die Landwirte in den Betrieben genug zu tun haben“, meint Werner Schwarz, Präsident des schleswig- holsteinischen Bauernverbandes. Viele wollten sich informieren. „Vermutlich wird es diesmal aber keine bis wenig Geschäftsabschlüsse geben“, so der Bauernpräsident, der in Rethwisch bei Bad Oldesloe eine Schweinezucht betreibt.

„Wir sehen uns die Neuerungen an, aber man kauft derzeit nichts Neues“, bestätigt Nicole Reiher aus Hamdorf (Kreis Rendsburg- Eckernförde). Hans-Joachim Radtke aus Witzwort auf Eiderstedt bummelt mit seinem Sohn Jan- Hendrik (13) über das weitläufige Gelände. Gemeinsam schauen sie sich eine Ausstellung in der Halle der Landwirtschaftskammer an, die den Titel trägt: Früher war alles besser? „Der Junior interessiert sich für die Technik, er will Landwirt werden“, erklärt Radtke. Hans-Otto Paarmann aus Löhrstorf bei Heiligenhafen hat seinen Enkel Friedrich dabei. Der siebenjährige sitzt schon mal auf einem hellroten „Tiger 65“, einem Trecker der italienischen Firma Same Probe. „Man sitzt so hoch“, freut sich der Junge. Aber eigentlich sollen die beiden einen neuen Rasenmäher aussuchen.

Also weiter zum nächsten Stand.

„Es brummt unwahrscheinlich“, sagt auch der Messe-Geschäftsführer gegen Mittag. „Wir sind froh und stolz, dass trotz der Konjunkturdelle alle namhaften Aussteller und Firmen da sind“, erklärt Johannsen. Auf der Norla präsentieren sich rund 570 Aussteller aus neun Nationen – und damit mehr als im vergangenen Jahr. „Sie zeigen damit auch Solidarität zur Landwirtschaft, zum Berufsstand.“

Treffpunkt der Landwirtschaft seit 1949

Die Anfänge der Norla gehen bis ins Jahr 1949 zurück. Damals gab es die erste Landwirtschaftsschau mit dem Schwerpunkt „Viehauktion“. Die reine Agrarschau hat sich über die Jahre zu einer Fach- und Verbrauchermesse entwickelt. Präsentiert werden technische Neuerungen für Stall, Hof und Feldwirtschaft, aber auch erneuerbare Energien, Ernährungswirtschaft, Garten- und Landschaftspflege sowie Haus und Hobby sind vertreten. Erwartet werden bis Sonntag 70 000 Besucher. Der Fachbesucheranteil liegt nach Angaben der Veranstalter bei etwa 35 Prozent. Heute ist Landesbauerntag.

 Julia Paulat

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