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Wirtschaft im Norden Türkische Wochen: Lira auf der Reste-Rampe
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18:10 11.08.2018

„Glaube ist ein verführerischer Ratgeber!“ stand früher auf meinem Mathematikheft. Die Werthaltigkeit von Geld ist ebenso reine Glaubenssache. Deshalb sollten Aussagen aus Politik und Zentralbank als „Dauerwerbesendung“ gekennzeichnet sein. Das Nichtvorhandensein zugesagter Eigenschaften fliegt gerade in der Türkei als Ent-Täuschung auf. Die türkische Lira hat in diesem Jahr gegenüber dem Euro 34 Prozent verloren und etwas mehr gegenüber dem US-Dollar. Neulich noch rief der türkische Regierungschef seine Bürger auf, ihre Fremdwährungen und Gold in Lira zu tauschen. Man misstraut der Lira, und das ist das Problem. Sie entpuppt sich als zunehmend wertloser. Die anderen Währungen der Welt und selbst der US-Dollar sind ebenfalls nur bedrucktes Papier, aber man glaubt, dass sie einen Wert haben. Noch. Was kann man tun? Das Geld ausgeben beziehungsweise in etwas Besseres tauschen. Das Erstaunliche ist wieder mal, dass Gold und Silber ihren Job machen. Sie notieren in der Türkei auf Rekordständen und werden dann auch noch da sein, wenn die Währung verschwunden ist beziehungsweise „reformiert wurde“. Das letzte Mal wurden 2005 sechs Nullen gestrichen. Auf der Strecke bleiben dann Sparer, die auf Papiergeld als Wertspeicher gesetzt haben. Doch die Türken kennen das. Sie lieben das Gold – aus gutem Grund.

Experten werden nun anmerken, eine schwache Währung sei doch eine gute Währung wegen der größeren Exportchancen eines Landes. Warum aber feiert man dann nicht diese türkische Weichwährung? Und warum kommen gerade die europäischen Banken wegen der Türkei in Bedrängnis? Vielleicht war es doch ein Fehler, die Türkei nicht rechtzeitig in den Euro aufgenommen zu haben. Dann wäre es doch nie zu dieser Währungskrise gekommen. Oder?

LN

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