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Wirtschaft im Norden Tui-Jets ohne Crews: Erneut fallen Flüge aus
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Tui-Jets ohne Crews: Erneut fallen Flüge aus
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21:12 06.10.2016
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Hannover

. Bei den Fluggesellschaften Tuifly und Air Berlin hat sich die Lage zum Wochenende weiter zugespitzt. Wie schon an den Vortagen meldeten sich gestern zahlreiche Crew-Mitglieder bei Tuifly kurzfristig krank und schränkten damit den Flugbetrieb weiter ein. Von 110 vorgesehenen Flügen mussten 47 Flüge ersatzlos gestrichen werden, wie die Airline mitteilte. Tausende Passagiere mussten auf ihre Verbindungen warten oder ihre Urlaubsreisen zu den Herbstferien gleich ganz abblasen.

Auch die kriselnde Air Berlin war betroffen. Tuifly habe für Air Berlin keinen einzigen der geplanten 90 Flüge durchgeführt, sagte Air-Berlin-Sprecher Uwe Kattwinkel. Mit Hilfe anderer Crews habe Air Berlin 30 dieser 90 Flüge anbieten können, so dass letztlich 60 Flüge ausgefallen seien. Kattwinkel sprach von einer „schwierigen, dramatischen Situation vor allem für unsere Fluggäste“. Die Flugleitung der Tuifly versuchte gegenzuhalten und charterte nach eigenen Angaben 18 zusätzliche Flugzeuge von anderen Gesellschaften. Tuifly hat für heute fast alle Flüge gestrichen. 108 Flüge müssten abgesagt werden, teilte das Unternehmen mit. Um Urlauber aus den Feriengebieten nach Hause zu bringen, habe der Mutterkonzern Tui Flugzeuge gemietet.

Als Hintergrund werden der tiefgreifende Umbau der hoch verschuldeten Air Berlin und damit einhergehende Veränderungen bei der Tuifly gesehen. Die deutsche Fluggesellschaft des Touristikkonzern Tui soll gemeinsam mit Air-Berlin-Teilen in eine neue Dachholding für Ferienflieger integriert werden. Arbeitnehmervertreter fürchten Job-Verluste und schlechtere Tarifbedingungen.

Ihre Gäste will die Tuifly nicht entschädigen und beruft sich auf höhere Gewalt. Die Unternehmen haben nach Einschätzung des Arbeitsrechtlers Robert von Steinau- Steinrück kaum Möglichkeiten, Krankmeldungen der Beschäftigten zu hinterfragen oder ihnen einen „wilden Streik“ zu unterstellen. Es sei sehr schwierig zu beweisen, dass die Beschäftigten die Krankheit nur vortäuschten.

LN

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