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US-Konzern will Lübecker SLM Solutions übernehmen

Lübeck US-Konzern will Lübecker SLM Solutions übernehmen

GE Aviation bietet 38 Euro pro Aktie des 3-D-Druck-Spezialisten - Standort soll gestärkt werden.

Hans-Joachim Ihde vor einem 3-D-Drucker seiner Firma SLM Solutions: Der Firmengründer will seine Anteile komplett abgeben.

Quelle: Olaf Malzahn

Lübeck. Eine für Lübeck spektakuläre Übernahme steht bevor: Das US-Unternehmen GE Aviation, eine Tochter des General Electric- Konzerns (GE), will nach Möglichkeit alle Aktien der Lübecker SLM Solutions Group AG erwerben. SLM Solutions, seit März dieses Jahres im TecDax notiert, baut in Lübeck 3-D-Drucker, die in der Luft- und Raumfahrt, der Automobilindustrie und der Medizintechnik eingesetzt werden. Das Wachstum von SLM Solutions ist seit Jahren rasant, Umsatz, Gewinn und Auftragseingang nehmen stark und stabil zu.

GE Aviation legte gestern ein Übernahmeangebot für alle ausstehenden Aktien der SLM Solutions Group AG vor und bietet den SLM-Aktionären demnach 38 Euro je Aktie, das seien 36,7 Prozent mehr als der Aktienkurs des Vortages. Der Kurs sprang daraufhin gestern nach oben. Vorstand und Aufsichtsrat von SLM Solutions unterstützen die Pläne und unterschrieben gestern eine Zusammenschlussvereinbarung mit GE Aviation. Die Kartellbehörden müssen noch zustimmen. GE Aviation will auch den schwedischen Flugzeugteile-Produzenten Arcam AB übernehmen. Für beide Unternehmen zusammen wollen die Amerikaner 1,25 Milliarden Euro ausgeben.

GE Aviation und SLM Solutions begrüßten den Schritt als „große und langfristige Chance“ für ihre Kunden, Mitarbeiter und Aktionäre. Die SLM-Mitarbeiter wurden gestern auf einer Betriebsversammlung unterrichtet. „General Electric begleitet uns als Anwender und Kunde schon seit unserer Anfangszeit“, sagte Hans-Joachim Ihde, Firmengründer und SLM-Aufsichtsratsvorsitzender. Schon früh habe das US-Unternehmen die Vorteile des 3-D-Drucks für die Luft- und Raumfahrt erkannt.

GE Aviation hat in der Vereinbarung zugesagt, den SLM-Stammsitz in Lübeck sowie die weiteren Standorte zu erhalten und auszubauen, außerdem legte das US-Unternehmen „ein Bekenntnis zur Belegschaft und zum Management“ ab. Zunächst werden 31,5 Prozent der SLM-Aktien, die von Altaktionären gehalten werden, auf GE Aviation übertragen. Firmengründer Ihde hält rund 24,1 Prozent der knapp 18 Millionen Aktien, Vorstandsmitglied Henner Schöneborn etwa zwei Prozent, weitere 5,4 Prozent die Gesellschaft Parcom Deutschland. In den nächsten Wochen werden alle anderen Aktionäre angeschrieben.

„Nach allem, was man bisher weiß, klingt das gut und hat keinen negativen Beigeschmack. In der Luftfahrt ist 3-D-Druck eine interessante Technologie“, sagt Peter Tschirner von der Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK). Das Übernahmeangebot sei lukrativ. „Es gibt ein klares Bekenntnis zum Standort Lübeck, und wenn GE erklärt, auch das bisherige Führungsteam behalten zu wollen, ist das ebenfalls ein gutes Zeichen", so der Aktionärsschützer.

Eckehard Sieg von der Gewerkschaft IG BCE begrüßte die Übernahme durch einen starken, finanzkräftigen Partner. Durch den Tarifvertrag mit der IG BCE seien die Rechte der Mitarbeiter geschützt. „Die Gewerkschaft wird in dieser sensiblen Phase aufmerksam die Entwicklungen beobachten. Unser Ziel ist es, die Arbeitsplätze und den Standort nachhaltig zu stärken“, erklärte Sieg.

„Solche Entscheidungen stärken den Wirtschaftsstandort“, sagte Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Lübeck. Im Wettbewerb mit anderen Standorten sei es wichtig gewesen, dass SLM Solutions sich für Genin-Süd als neuen Firmensitz entschieden habe. „Dort gibt es die Möglichkeit für weiteres Wachstum“, so Gerdes. Er freue sich, dass ein „langjähriger Weg erfolgreich weitergegangen wird“, sagt der für SLM Solutions zuständige Projektleiter Spyridon Aslanidis. „Auch für Kooperationen mit anderen Lübecker Unternehmen entstehen neue Perspektiven.“

310 Mitarbeiter

notierte SLM Solutions Group AG ist führender Anbieter metallbasierter additiver Fertigungstechnologie (3-D-Druck). Das Unternehmen konzentriert sich auf die Entwicklung, Montage und den Vertrieb von Maschinen und integrierten Systemlösungen. SLM Solutions beschäftigt 310 Mitarbeiter in Deutschland, den USA, Singapur, Russland und China. Die Produkte werden weltweit von Kunden in der Luft- und Raumfahrtbranche, dem Energiesektor, dem Gesundheitswesen oder dem Automobilsektor eingesetzt.

 Christian Risch

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