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US-Notenbank misstraut der Konjunktur

Berlin/Washington US-Notenbank misstraut der Konjunktur

Viele hatten einen Kurswechsel erwartet — doch der Fed-Chef lässt das Geld billig.

Berlin. Die amerikanische Zentralbank Federal Reserve (Fed) setzt ihre ultralockere Geldpolitik fort. Entgegen der Erwartungen von Experten wird die Fed somit weiter Anleihen im Umfang von 85 Milliarden Dollar (63,6 Milliarden Euro) monatlich aufkaufen. Zugleich hält die US-Zentralbank weiter an ihrer Niedrigzinspolitik fest. Ähnlich wie in der Eurozone ist der Leitzins in den USA auf einem Rekordtief. Wie die Fed mitteilte, bleibt der Zinssatz in den USA auch weiter zwischen null und 0,25 Prozent.

Der Grund: Die US-Konjunktur hat sich zumindest in Teilen weniger gut entwickelt als erwartet. So sind die amerikanischen Banken immer noch zögerlich mit der Kreditvergabe. Es bestehen zudem Zweifel, ob die Erholung des Arbeitsmarktes gefestigt ist. Insofern ist es nachvollziehbar, dass die Notenbank noch nicht den Fuß vom Gaspedal nehmen will, wie der Chefvolkswirt der Dekabank, Ulrich Kater, betont.

Auf die Inflation hat die Entwicklung dabei wohl keinen Einfluss. Denn die gibt es zurzeit weder in Amerika noch im Euro-Raum — dort bleibt die Teuerungsrate nach der Prognose des DIW in diesem Jahr mit 1,6 Prozent sogar unter der von der EZB selbst angestrebten Inflation von 1,9 Prozent. Die Unternehmen haben es in der immer noch schwierigen wirtschaftlichen Lage schwer, höhere Preise durchzusetzen. Hinzu kommt, dass das von der Zentralbank ausgeliehene Geld teilweise gar nicht in die Wirtschaft gelangt — die Banken legen es auf die hohe Kante, weil sie selbst nervös sind.

Ein Einfluss wird auch ausgeschlossen, weil das Geld nach Meinung von Experten wieder eingesammelt werden könne — schließlich brauchen die Zentralbanken nur die Staatsanleihen in ihren Depots zu verkaufen, und können so das Geld aus dem Markt nehmen.

Und was sind die Folgen für den Sparer? Sie sind die Leidtragenden der lockeren Geldpolitik, befinden sich die Zinsen doch auf einem historischen Tiefstand. Das beeinträchtigt auch die Renditen von Lebensversicherungen. Sparer müssten sich wahrscheinlich noch bis Anfang 2015 auf niedrige Geldanlagezinsen einstellen. Besser fahren Anleger, die auf Aktien gesetzt haben: Die Aktienmärkte setzten gestern nach der Ankündigung zu neuen Höhenflügen an.

Vom Präsident ernannt
Das Federal Reserve System (Fed) ist die Notenbank der USA. Die 1913 vom amerikanischen Kongress gegründete staatliche Organisation leitet die US- Geldpolitik, kontrolliert und reguliert die Banken des Landes. Die übergeordneten Ziele sind eine hohe Beschäftigung, stabile Preise sowie günstige Zinsen. Der Vorstand besteht aus sieben Mitgliedern, die vom US-Präsidenten für 14 Jahre ernannt werden.

Antje Schroeder

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