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USA: Volkswagen geht in die Offensive

Detroit USA: Volkswagen geht in die Offensive

Konzernchef Müller entschuldigt sich für den Abgas-Skandal. Manipulationen bestimmen Auftakt der Autoshow.

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Von Kameras und Mikrofonen umringt: VW-Chef Matthias Müller ist bei der Autoshow in Detroit ein gefragter Gesprächspartner.

Quelle: Heiko Lossie/dpa

Detroit. Die gesamte deutsche Autoindustrie kämpft auf dem wichtigen US-Markt mit den Auswirkungen des „Dieselgate“-Skandals von Volkswagen. Als Folge der Abgas-Manipulationen sei die Diesel-Strategie „erheblich beschädigt“, sagte der Präsident des Branchenverbandes VDA, Matthias Wissmann, zum Start der Automesse in Detroit. Der VDA rechnet für dieses Jahr nur mit stagnierenden Absatzzahlen für die deutschen Hersteller in den USA. Volkswagen selbst will aus der Defensive kommen und greift dafür noch tiefer in die Tasche. Betroffene US- Kunden sollen mehr Einkaufsgutscheine und Bargeld bekommen, außerdem soll es bald technische Lösungen geben.

Wissmann sagte, die Auswirkungen des VW-Skandals seien „noch nicht vollständig erkennbar“. Im vergangenen Jahr hatten die deutschen Autobauer ihren Absatz in den USA noch um zwei Prozent auf 1,4 Millionen Neuwagen gesteigert. Der VW-Absatz in den USA war allerdings deutlich gesunken. Mittelfristig rechnet Wissmann mit einem weiteren Wachstum der deutschen Marken auf dem US-Markt.

Die Verfehlungen eines einzelnen Herstellers dürften nicht die Diesel-Technologie als Ganzes beschädigen, sagte Wissmann. „Trotz des Gegenwinds, den wir natürlich gerade hier in den USA erleben, wird sich die deutsche Automobilindustrie nicht von der Diesel-Strategie verabschieden.“ Der Diesel fristet in den Vereinigten Staaten ein Nischendasein, in dem die Deutschen 95 Prozent Marktanteil stellen. Fiat Chrysler-Chef Sergio Marchionne sagte mit Blick auf den Skandal bei VW, der Diesel habe stark gelitten. „Der Schaden ist nicht irreparabel, aber heftig.“

Besonders VW steht vor einem wegweisenden Jahr in den USA. Konzernchef Matthias Müller entschuldigte sich bei seinem ersten Besuch in den Vereinigten Staaten seit dem Ausbruch des Abgas- Skandals für die Manipulationen. „Wir wissen, dass wir unsere Kunden, die zuständigen staatlichen Stellen und die allgemeine Öffentlichkeit hier in den USA sehr enttäuscht haben“, sagte Müller in Detroit. „Es sind nicht nur unsere Autos, die wir reparieren müssen — es ist auch unsere Glaubwürdigkeit.“

VW hatte Mitte September eingeräumt, mit einer Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert zu haben. Dies hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Der Chef der Konzern-Kernmarke VW, Herbert Diess, versprach den vom Abgas-Skandal betroffenen Kunden in den USA schnelle Hilfe. „Wir sind zuversichtlich, dass wir schnell zu Lösungen kommen“, sagte Diess. Den amerikanischen Behörden liegen inzwischen Vorschläge für die Umrüstung von Autos mit manipulierten Abgaswerten vor. Zu Details wollte VW aber noch nichts sagen. Konzernchef Müller will sich morgen mit der Chefin der US-Umweltbehörde EPA, Gina McCarthy, treffen. Am Donnerstag dann sollen die US-Aufseher über die VW-Vorschläge für eine Beseitigung der Betrugsprogramme entscheiden. Auf VW könnten teure Nachbesserungen oder sogar Auto-Rückkäufe zukommen.

Wichtigster Branchentreff
Die „North American International Auto Show“ in Detroit ist die erste große Automesse des Jahres und der wichtigste Branchentreff auf dem Kontinent. Zum 28. Mal öffnete die Veranstaltung gestern ihre Pforten — zunächst nur für die Presse und Händler, ab 16. Januar dann auch für Privatbesucher. Die Veranstalter erwarten mehr als 800 000 Besucher und versprechen mehr als 40 Welt- und Nordamerika-Premieren. Die Kauflaune der Amerikaner bei Autos steigt seit Jahren deutlich, 2015 konnte die Branche einen Absatzrekord aufstellen.

LN

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