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USA: Volkswagen will Autos zurückkaufen

San Francisco USA: Volkswagen will Autos zurückkaufen

Im Abgas-Skandal hat sich der Konzern mit den Behörden geeinigt — Viele Fragen bleiben aber offen.

San Francisco. Volkswagen hat mit ersten Eckpunkten zu einer Einigung in den USA einen wichtigen Schritt bei der Bewältigung des Abgas-Skandals gemacht. 216 Tage nach dem Ausbruch des weltweiten Eklats reichten VW und die US-Behörden kurz vor dem Ablauf eines Ultimatums gestern entsprechende Vorschläge beim zuständigen US-Richter Charles Breyer ein.

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Im Abgas-Skandal hat sich der Konzern mit den Behörden geeinigt — Viele Fragen bleiben aber offen.

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„Ich bin sehr angetan, mitteilen zu können, dass die Parteien einen konkreten Plan vorgelegt haben“, verkündete Breyer zum Auftakt der Gerichtsanhörung in San Francisco. Die Lösung umfasse die Option, dass VW einen Großteil der knapp 600 000 manipulierten Dieselwagen zurückkaufe und „substanziellen Schadenersatz“ an die Besitzer zahle. Ein Rückruf mit Nachbesserungen in der Werkstatt reicht nicht. Breyer setzte eine Frist bis zum 21. Juni — einen Tag vor der VW-Hauptversammlung — für eine detaillierte Einigung.

Unklar war zunächst, wie teuer die Lösung für VW wird. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen. Der Autobauer hatte mit einer illegalen Software Abgastests bei Dieselfahrzeugen manipuliert und dies vor sieben Monaten eingestanden. Der Skandal hatte seinen Ursprung in den USA. Er hatte den Konzern in eine schwere Krise gestürzt. Weltweit sind rund elf Millionen Fahrzeuge betroffen.

Der für Hunderte Zivilklagen wegen Verstößen gegen US-Gesetze zuständige Richter Breyer hatte bis gestern eine Lösung verlangt. Er hatte Volkswagen und der US-Umweltbehörde EPA eine Frist dafür gesetzt, die schon ein Mal verlängert worden war.

Bereits vor der Anhörung gab es Berichte über eine mögliche Einigung. So hatte die „Welt“ unter Berufung auf Verhandlungskreise gemeldet, jeder US-Halter eines VW-Modells, das mit dem „defeat device“

genannten Betrugsprogramm ausgestattet sei, solle 5000 US-Dollar (gut 4400 Euro) an Entschädigung erhalten. Daneben kursierten auch andere Summen. Von VW gab es keine Stellungnahme.

Breyer fordert einen detaillierten Plan zur Reparatur der Dieselwagen, die in den Vereinigten Staaten von der Affäre um manipulierte Emissionswerte betroffen sind. Ob ein Deal in den USA sich anschließend auf die Situation in Europa mit etwa 8,5 Millionen Fahrzeugen übertragen ließe, gilt als fraglich.

Angesichts der erwarteten Milliardenkosten für die Einigung dürfte VW für das vergangene Geschäftsjahr aller Voraussicht nach einen großen Verlust verbuchen. Die Eckdaten hierzu sollen nach einer Sitzung des VW-Aufsichtsrats heute veröffentlicht werden.

Auch für VW-Kunden in Deutschland forderten Verbraucherschützer Klarheit. Der Chef des Verbraucherzentrale Bundesverbandes (vzbv), Klaus Müller, warnte VW davor, seine US-Kunden großzügiger zu entschädigen als VW-Fahrer in Deutschland. „Wenn Volkswagen geschädigten Kunden in den USA 5000 Dollar zahlt, steigt die Ungerechtigkeit gegenüber deutschen Kunden. Auch betroffene VW-Kunden in Deutschland erwarten eine unkomplizierte Lösung.“ Auch der Chef des Auto Club Europa (ACE), Stefan Heimlich, forderte: „Volkswagen muss jetzt endlich mit offenen Karten spielen und Klarheit schaffen, wie sie die deutschen Kunden entschädigen wollen.“

Durchsuchung in Frankreich

Auch der Automobilhersteller PSA Peugeot Citroën ist von Abgas-Untersuchungen betroffen. Die französische Wettbewerbsbehörde hat jetzt beim Konzern Unterlagen beschlagnahmt. Das Unternehmen teilte gestern mit, es sei im Rahmen der laufenden Untersuchungen Ziel der Behörde gewesen. PSA betonte, die Gruppe arbeite vollständig mit den Ermittlern zusammen. Die Fahrzeuge hielten die Grenzwerte in allen Ländern ein. Von der Wettbewerbsbehörde gab es keine Informationen. In Frankreich waren auf Anordnung der Regierung verschiedene Autos überprüft worden.

LN

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