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Über eine Million offene Stellen

Nürnberg Über eine Million offene Stellen

Fachkräfte verzweifelt gesucht: Mehr als eine Million offene Stellen gab es im dritten Quartal dieses Jahres in Deutschland. Vor allem kleinere Unternehmen haben große Schwierigkeiten, geeignete Mitarbeiter zu finden.

Nürnberg. Der Konjunkturaufschwung sorgt für einen Boom am Arbeitsmarkt. Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) gab es im dritten Quartal in Deutschland 1,1 Millionen offene Stellen. Das waren 174400 mehr als im Vorjahresquartal. Das geht aus einer repräsentativen Betriebsbefragung des Instituts hervor. Allerdings profitieren nicht alle Jobsuchenden davon.

Zugleich bremst der Fachkräftemangel die Geschäfte mittelständischer Firmen.

In Westdeutschland waren 842 200 offene Stellen zu vergeben, in Ostdeutschland 255 400. Fast zwei Drittel der offenen Jobs waren bei kleinen Unternehmen mit maximal 49 Beschäftigten zu finden.

„Besonders stark gestiegen ist die Personalnachfrage gegenüber dem Vorjahr im verarbeitenden Gewerbe und im Bereich Verkehr und Lagerei“, sagte gestern Arbeitsmarktforscher Alexander Kubis. Mit der Stellenerhebung untersuchen die Nürnberger Forscher viermal jährlich das gesamte Angebot – also auch jene Stellen, die den Arbeitsagenturen nicht gemeldet werden. Sie werteten dafür Antworten von 6000 Arbeitgebern aller Wirtschaftsbereiche aus.

Allerdings passen Angebot und Nachfrage nicht immer zusammen. Unternehmen suchen nach einer Studie der Deutschen Bank vor allem Fachkräfte. Fast die Hälfte der Arbeitslosen (1,26 Millionen Menschen) habe allerdings keinen formalen Berufsabschluss.

Für Deutschlands Mittelständler wird der Fachkräftemangel zunehmend zum Problem. Mehr als die Hälfte (57 Prozent) von 800 befragten Firmen gab bei einer Untersuchung der DZ Bank an, Auswirkungen zu spüren. Um den Arbeitskräftemangel zu kompensieren, müssten die Beschäftigten oft mehr arbeiten. 56 Prozent der Mittelständler mussten sogar Aufträge ablehnen.

LN

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