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Ulf Steffens präzise Messarbeit an der Schiffsschraube

Lübeck Ulf Steffens präzise Messarbeit an der Schiffsschraube

Die Propeller nobler Yachten werden in Lübeck bei Schaffran gefertigt.

Lübeck. Wenn sie noch in der Fertigung sind, klingen sie fast wie Kirchenglocken. Ihren Wirkungsgrad haben sie aber unter Wasser: Schiffspropeller. In Lübeck fertigt die Firma „Schaffran Propeller und Service“ solche Bauteile, die bei ozeantauglichen Yachten wie überdimensionale Schrauben aussehen. Ulf Steffen ist gelernter Maschinenschlosser. Der 56-Jährige ist inzwischen seit 41 Jahren bei Schaffran dabei, seit den Anfängen des Unternehmens. „Es macht einfach Freude, daran zu arbeiten, dass die Schiffe wieder fahren können“, sagt Steffen zu seinen Reparaturen.

Denn auch kleine Sportbootpropeller können sich bei Kollisionen im Uferbereich schon mal ordentlich verbiegen. Ist ein zu reparierender Propeller zu stark verbogen, muss Steffen das Material auf bis zu 800 Grad erhitzen, um es wieder in die richtige Richtung zu biegen.

An diesem Tag steht Steffen an einem der beiden großen Yachtpropeller. Er misst an den vorgezeichneten Messpunkten die Stärken des Materials. Dazu nimmt er ein Stärkenmessgerät. 1415 Kilo wiegt der wuchtige Propeller, den Steffen untersucht. Unzählige Male misst er die Stärke des Propellers. Per Hand und mit Hochfrequenzmaschinen wird geschliffen, vermessen, geschliffen, wieder vermessen und wieder geschliffen. So lange, bis die gewünschten Werte erreicht sind. Ein Vorgang, der locker 150 Stunden pro Propeller dauern kann, sagt Oliver Muuß, Prokurist und Gesellschafter bei Schaffran.

„Tatsächlich ist es so, dass auch der Klang einer solchen Schraube etwas darüber aussagen kann, ob etwas mit dem Guss nicht gestimmt hat“, erklärt Muuß. „Aber sie werden auch ultraschallgeprüft“, ergänzt der Propellerspezialist. Jeder Propeller wird auf seinen speziellen Schiffstyp ausgelegt. Das heißt, es werden die Größe und die Stärke des Materials berechnet – es sei denn, es handelt sich um eine Serienfertigung. Zu einer Yacht gehören meistens zwei Propeller. Die Schiffe brauchen Schrauben, die zwischen einem und drei Metern groß sind, wie Muuß erklärt. Dabei geht es um Luxusyachten, die in Deutschland, aber auch weltweit gebaut werden.

Eine eigene Gießerei hat Schaffran nicht. Deshalb kommt das Rohmaterial mit dem Nickel-Aluminium-Bronze-Guss aus dem südlichen Raum Europas, aus Portugal beispielsweise. Der roh gegossene Propeller wird nach Lübeck transportiert, bekommt den letzten Schliff, bis das legierte Teil die richtigen Konturen und Materialstärken hat. Ist der Propeller fertig, wird er verpackt und an den Kunden versendet. Und dreht sich dann irgendwann unter Wasser.

Rüdiger Jacob

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