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Umsätze der Nord-Industrie schrumpften deutlich

Kiel Umsätze der Nord-Industrie schrumpften deutlich

Starker Rückgang um 6,6 Prozent im vergangenen Jahr — IHK macht Griechenland-Krise und Russland-Embargo verantwortlich.

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Johannes Callsen.

Quelle: dpa

Lübeck. Die schleswig-holsteinische Industrie musste 2015 einen herben Dämpfer einstecken: Wie das Statistische Landesamt meldete, ging der Umsatz in den größeren Betrieben mit mehr als 50 Mitarbeitern landesweit um 6,6 Prozent auf 32,9 Milliarden Euro zurück. Wie es mit der Nord-Wirtschaft weitergeht, hängt jetzt vor allem von der politischen Großwetterlage ab, sagen Experten.

Branchenführer im Norden war mit 6,3 Milliarden Euro Umsatz der Maschinenbau, der um vier Prozent schrumpfte. Das Ernährungsgewerbe folgte mit 6,0 Milliarden (minus ein Prozent). In der Mineralölverarbeitung ging es wegen des starken Rückgangs der Energiepreise um satte 24 Prozent auf 2,6 Milliarden Euro in den Keller.

„An den Zahlen ist sehr gut zu erkennen, wie wirtschaftspolitische Unsicherheiten sich 2015 real niederschlugen“, sagt Martin Kruse, Industrie-Experte der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schleswig-Holstein. Die weiter schwelende Euro-Krise habe in vielen Ländern zu geringeren Investitionen geführt. „Deswegen war vor allem der Maschinenbau betroffen.“ Die Lebensmittelindustrie wiederum habe direkt unter den Folgen des russischen Embargos gegen westeuropäische Erzeugnisse gelitten. Zwar müsse die Industrie in Schleswig-Holstein wegen ihrer Randlage und der vergleichsweise schlechten Verkehrsanbindung zudem mit Standortnachteilen kämpfen. Ingesamt sei sie aber leistungsfähig. „Die weitere Entwicklung hängt jetzt davon ab, die richtigen politischen Signale zu setzen, um der Industrie wieder ihr Vertrauen in die Zukunft zurückzugeben.“ Für Michael Thomas Fröhlich, Hauptgeschäftsführer der Vereinigung der Unternehmensverbände (UV Nord), bestätigten die Zahlen, was dem UV Nord schon lange Sorgen mache: „Wachstum, Wertschöpfung und Arbeitsplätze entstehen bei Neuinvestitionen seit Jahren zunehmend im Ausland.“ Ein wesentlicher Grund seien „überdurchschnittlich gestiegene Lohnkosten“.

Frank Nägele, Staatssekretär im Kieler Wirtschaftsministerium, nannte die Zahlen ein „warnendes Signal“. Die Gründung des „Bündnis für Industrie Schleswig-Holstein“ sei deshalb genau richtig gewesen.

Laut Wirtschaftsministerium habe sich der Umsatzrückgang im letzten Quartal 2015 aber nicht fortgesetzt. Ebenso sei wieder ein Plus bei Auftragseingängen zu verzeichnen gewesen. Das lasse auf eine positive Weiterentwicklung schließen. CDU-Wirtschaftsexperte Johannes Callsen warnte davor, den Umsatzrückgang allein mit „Einzeleffekten“ zu erklären. Er sei vielmehr eine Folge der „bürokratischen und mittelstandsfeindlichen Gesetzgebung“ der Regierungskoalition. Oliver Vogt

LN

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