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Wirtschaft im Norden Ungelernte holen Abschluss nach
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21:13 03.08.2017
Schleswig-Holstein bietet ein spezielles Ausbildungsprogramm für ungelernte Arbeitskräfte. Quelle: Foto: Axel Heimken/dpa
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Kiel

Mit Hilfe der Arbeitsagentur haben die ersten ungelernten Mitarbeiter aus dem Hotel- und Gastronomiebereich ihren Berufsabschluss nachgeholt. Zwei Jahre nach dem Start des sogenannten Profi-Gastgeber-Programms gab es jetzt Zeugnisse für die ersten 14 neuen Fachkräfte in Kiel, Lübeck und Husum.

„Es ist gut, dass unsere Mitarbeiter, die bisher keinen Berufsabschluss haben, mit dem auf die Branche zugeschnittenen Programm eine zukunftssichere Perspektive bekommen“, sagt Axel Strehl, Präsident des schleswig-holsteinischen Hotel- und Gaststättenverbandes. Im vergangenen Jahr haben 24 Teilnehmer mit der nachträglichen Ausbildung begonnen, in diesem Jahr weitere 35. „Wir gehen von konstanten Steigerungen des Programms aus“, sagt Hans Joachim Beckers von der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein. „Das Konzept von Profi-Gastgeber hat sich bewährt“, meint Matthias Dütschke, Geschäftsführer der Wirtschaftsakademie Schleswig-Holstein. Er kündigte an, weitere Betriebe über die Möglichkeiten des Programms zu informieren, um es bekannter zu machen.

Jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte in diesem Bereich habe keine abgeschlossene Ausbildung, sagt Regionaldirektorin Margit Haupt-Koopmann gestern in Kiel. Landesweit bietet die Branche mittlerweile rund 50000 Jobs an, darunter 21300 sozialversicherungspflichtige. 57 Prozent der Hotel- und Gastronomie-Betriebe könnten ihre Ausbildungsplätze nicht besetzen. „Es klafft eine erhebliche Lücke“, sagt Haupt-Koopmann. „Fachkräfte werden händeringend gesucht.“ Aktuell seien noch 500 Lehrstellen im Land frei, es gebe aber nur etwa 120 mögliche Bewerber.

Um an dem nachträglichen Ausbildungsprogramm teilnehmen zu können, müssen Bewerber mindestens seit viereinhalb Jahren in der Branche arbeiten. Die Arbeitsagentur unterstützt die Betriebe mit einem Arbeitsentgelt-Zuschuss von bis zu 90 Prozent während der Unterrichtszeiten. In Schleswig-Holstein stehen insgesamt zehn Millionen Euro für die Weiterbildung von Mitarbeitern in den Betrieben bereit. jup

LN

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