Menü
Lübecker Nachrichten | Ihre Zeitung aus Lübeck
Anmelden
Wirtschaft im Norden Unruhe bei der Provinzial: Verdi bangt um Standort Kiel
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Unruhe bei der Provinzial: Verdi bangt um Standort Kiel
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:12 22.06.2016
Frank Schischefsky, Sprecher der Gewerkschaft Verdi im Norden.

Ein Streit im Eigentümerlager der Provinzial Nordwest stiftet neue Unruhe um den Versicherungskonzern mit 1100 Beschäftigten in Kiel. Nach Informationen des Branchendienstes „Versicherungsmonitor“ drängen die Sparkassen im Rheinland und in Westfalen auf eine Blitzfusion von Provinzial Nordwest (Münster/Kiel) und Provinzial Rheinland (Düsseldorf) zum 1.

Ein Konzern, drei Marken

3165 Mitarbeiter waren im vergangenen Jahr bei der Provinzial NordWest beschäftigt, darunter 1100 am Standort in Kiel. Der Konzern umfasst die drei regionalen Versicherungsunternehmen Westfälische Provinzial Versicherung AG (Münster), die Provinzial Nord Brandkasse AG (Kiel) und die Hamburger Feuerkasse Versicherungs-AG (Hamburg).

Januar 2017. Die SPD in Schleswig-Holstein und die Gewerkschaft Verdi sind durch diese Nachricht alarmiert.

Nach dem abgeblockten Übernahmeversuch durch die Allianz im Jahre 2013 hatte es bereits Fusionsverhandlungen mit der Provinzial Rheinland gegeben, diese waren jedoch auch an der Frage des Sitzes der Firmenzentrale gescheitert. Einer Verschmelzung müssten alle Eigentümer zustimmen. Der Landschaftsverband Westfalen- Lippe (LWL) als bedeutender Provinzial-Anteilseigner distanzierte sich von den Fusionsbestrebungen: „Die Gespräche sind mir erst seit Ende Mai bekannt, ich bin daran nicht beteiligt“, sagte Matthias Löb, LWL-Direktor und Aufsichtsratschef der Provinzial Nordwest.

Der Sparkassenverband Schleswig-Holstein, dem 18 Prozent der Provinzial-Aktien gehören, hielt sich bedeckt: „Uns ist von solchen Gesprächen nichts bekannt“, sagte Sprecher Reinhard Hassenstein. In einer Provinzial-E-Mail an die Mitarbeiter, die den Kieler Nachrichten vorliegt, heißt es allerdings: Der Konzernvorstand sei „über den Status der Gespräche in den letzten Wochen informiert gewesen“.

Aufsichtsratschef Löb verwies auf das Strategieprogramm „Nordwest 2018“, mit dem das Unternehmen die Branchenherausforderungen eigenständig bewältigen wolle. Die Frage nach einer Fusion stelle sich erst, „wenn zu erkennen ist, wie das Strategieprogramm wirkt und ob die eigenen Anstrengungen ausreichen, den Herausforderungen zu begegnen“.

Frank Schischefsky, Verdi-Sprecher und Aufsichtsratsmitglied der Provinzial Nordwest, sagte: „Wir wissen, dass es Bestrebungen gibt, die Fusion bis Anfang des Jahres durchzupeitschen.“ Gewerkschaft und Arbeitnehmervertreter würden allen Plänen entgegentreten, die dem Standort Kiel schaden könnten. SPD-Landeschef Ralf Stegner warnte vor dem „erneuten Versuch, das Regelwerk zum Schutz des Standortes Kiel” aufzuweichen. Das Unternehmen sei bestens aufgestellt und durch seinen öffentlichen Auftrag der Daseinsvorsorge verpflichtet „und nicht der Maximierung von Rendite“.

Die Provinzial Nordwest war 2005 aus der Verschmelzung von Provinzial Nord und westfälischer Provinzial hervorgegangen. Mit 3165 Mitarbeitern und gut vier Milliarden Euro Beitragseinnahmen ist das Unternehmen der zweitgrößte öffentliche Versicherer Deutschlands.

Ulrich Metschies

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

. Bahnreisende sollen spätestens Ende dieses Jahres in allen ICE-Zügen auch in der zweiten Klasse einen kostenfreien WLan-Zugang erhalten.

22.06.2016

Eine Studie, die das McArthurGlen Designer Outlet- Center Neumünster in Auftrag gegeben hat, sieht positive Auswirkungen der Shoppingmeile auf den Handel in der Region.

22.06.2016

Tourismus in Schleswig-Holstein boomt trotz einer leichten Delle im April weiter.

21.06.2016
Anzeige