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Wirtschaft im Norden Unsicherheit über Handelspolitik bedroht Welthandel
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Unsicherheit über Handelspolitik bedroht Welthandel
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21:16 12.04.2017
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Genf. Unsicherheit über die künftige Handelspolitik der großen Weltwirtschaftsplayer birgt nach Angaben der Welthandelsorganisation (WTO) erhebliche Risiken für den Welthandel. „Die kurzfristig unvorhersehbare Entwicklung der Weltwirtschaft und der Mangel an Klarheit über Regierungspläne in Bezug auf Währungs-, Steuer- und Handelspolitik erhöhen das Risiko, dass der Handel erstickt wird“, heißt es im WTO-Jahresbericht. Als zwischenstaatliche Organisation mit 164 Mitgliedsländern nennt die WTO kein Land beim Namen.

Generaldirektor Roberto Azevêdo wollte gestern nicht auf mögliche Folgen von US-Präsident Donald Trumps Drohung mit Strafzöllen eingehen: „Wir kennen die US-Handelspolitik noch nicht. Wir müssen uns gedulden.“ Dabei seien Vorhersehbarkeit und Stabilität in diesen Zeiten wichtig: „Unsicherheit friert Investitionen und Produktion ein“, sagte er. Azevêdo hatte die US-Verlautbarungen früher schon kritisiert und geäußert, ein Handelskrieg mit den USA wäre „katastrophal“.

Trump hat Strafzölle von bis zu 35 Prozent auf Autos angedroht, die nicht in den USA gefertigt werden. Das könnte deutsche Marken wie Audi, BMW und Daimler treffen. Gleichzeitig müssten die Bedenken der Menschen, die ihre Jobs durch den technologischen Wandel und neue Handelsströme bedroht sehen, ernst genommen werden. „Handelsbarrieren aufzubauen schafft keine neuen Jobs, sondern vernichtet sie“, sagte WTO-Generaldirektor Azevêdo.

Als Risiken nannte die WTO auch Inflationsdruck und die unklaren Modalitäten des Brexit. Diese Risiken könnten die Prognose für eine Erholung des Welthandels 2017 zunichte machen. Vorläufig stellt die WTO aber ein Handelswachstum weltweit von 2,4 Prozent in Aussicht, nach 1,3 Prozent im Vorjahr. Es wäre das erste Mal seit der Finanzkrise 2008, dass alle Weltregionen gleichermaßen beim  Handel zulegen. 2018 könnte der Welthandel demnach zwischen 2,1 und 4 Prozent zulegen.

LN

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