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Wirtschaft im Norden Unternehmen zuversichtlich für 2018
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20:47 28.12.2017
„Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft vor tiefgreifende Veränderungen.“ Friederike C. Kühn Präses der IHK zu Lübeck
Lübeck

Für ihre Digitalisierungsstrategie will die IHK in den kommenden fünf Jahren etwa eine Million Euro ausgeben. Davon sollen Unternehmer ebenso profitieren wie die Kammer selbst, die Hard- und Software für neue Beratungsangebote bekommen soll. „Die Digitalisierung stellt die Wirtschaft vor tiefgreifende Veränderungen“, erklärte Friederike C. Kühn, Präses der der IHK Lübeck, gestern bei der Jahrespressekonferenz der Kammer. „Wer jetzt den Anschluss verliert, könnte seine Wettbewerbsfähigkeit einbüßen.“ Gerade in kleinen und mittleren Betrieben gebe es enormen Aufholbedarf. Auch seien in der Region noch lange nicht alle so mit Glasfaser versorgt, „wie es sein müsste“.

Gute Aussichten in der Wirtschaft: Die Unternehmen in der Region gehen zuversichtlich ins neue Jahr. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) zu Lübeck will die Betriebe vor allem bei der Digitalisierung unterstützen. Im Februar findet in Lübeck eine Messe zu dem Thema statt.

Der Zeitpunkt für Investitionen sei günstig, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Lars Schöning. Die anhaltend gute Konjunktur gebe den Unternehmen den nötigen Spielraum. So weist denn auch der IHK-Konjunkturklimaindex, der zwischen null und 200 liegen kann, einen beachtlichen Wert von 125 Punkten auf. „Besonders die Unternehmen in der Industrie schätzen ihre Lage als sehr günstig ein“, bilanzierte Schöning. Insgesamt rechnen 22 Prozent der Unternehmen mit einer positiven Entwicklung, 64 Prozent erwarten immerhin gleichbleibende Geschäfte. Nur 14 Prozent gehen von einem Rückgang der wirtschaftlichen Entwicklung aus.

Schöning rechnet mit einer fortwährend guten Entwicklung in der Hansebeltregion – auch was den Arbeitsmarkt angeht. Im Kreis Stormarn herrsche mit einer Arbeitslosenquote von 3,2 Prozent faktisch Vollbeschäftigung. Im Kreis Segeberg liegt die Quote derzeit bei 4,4 Prozent. Die große Herausforderung bestehe darin, das Wachstum nicht durch den Fachkräftemangel auszubremsen, so Schöning.

So will die IHK weiter für die Duale Ausbildung im Betrieb werben. Sie biete tolle Chancen, auch für Abiturienten. „Es ist unsere Aufgabe, deutlich zu machen, dass Abitur und Studium nicht für jeden das beste sind“, erklärte der Hauptgeschäftsführer. In diesem Jahr konnten die Ausbildungszahlen auf dem Niveau des Vorjahres gehalten werden. Dabei habe man allerdings auch noch von dem doppelten Abitur-Jahrgang 2016 profitiert, räumte Schöning ein. 3948 Ausbildungsverträge wurden in Lübeck und den vier umliegenden Kreisen geschlossen – trotzdem blieben noch 800 Lehrstellen unbesetzt.

Zugleich wolle man Schülern und Studenten ein positives Bild vom Unternehmertum und der Führung eines eigenen Betriebes vermitteln, ergänzte Kühn. Es gehe darum, mehr Menschen zum Schritt in die Selbstständigkeit zu motivieren – als Gründer oder auch als Nachfolger. „Im Kammerbezirk ist das Interesse an Gründungsberatung und -veranstaltungen gleich geblieben“, berichtete Nils Thoralf Jarck, zuständig für Existenzgründung und Unternehmensförderung, erfreut. Mehr als 400 Frauen und Männer hätten sich konkret über die Möglichkeiten zur Gründung eines Unternehmens im Haupt- oder Nebenerwerb informiert. In anderen Bundesländern seien die Zahlen rückläufig. Das Gründerklima müsse stimmen, forderte Hauptgeschäftsführer Schöning. Schließlich hätte sich die Jamaika-Koalition das Ziel gesetzt, Schleswig-Holstein zum unternehmerfreundlichsten Bundesland in Deutschland zu machen.

Die Kammer kündigte zugleich verschiedene Veranstaltungen an. Nach dem traditionellen Neujahrsempfang am 17. Januar soll es am 7. Februar in Lübeck eine Kongressmesse für Digitalisierung geben. 500 Gäste werden zur „IT for business“ erwartet. Vom 20. bis 21. Juni finden die ShortSeaShippingDays in Lübeck mit Teilnehmern aus ganz Europa statt. Es ist das Branchentreffen für den Kurzstreckenseeverkehr.

Von Julia Paulat

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