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Urlauber wollen sich verwöhnen lassen

Lübeck Urlauber wollen sich verwöhnen lassen

Auch in den Weihnachtsferien ist der Norden ein gefragtes Reiseziel. Viele Gäste kommen wegen der Wellness-Angebote.

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Die Auszubildende Merle Müller (17) füllt den Bronzezuber des Vitalia Seehotels mit Wasser.

Travemünde. Erst ein Meersalz-Körperpeeling, dann ein Algenbad und anschließend auch noch eine Massage: Shamin Althaus macht einen rundum entspannten Eindruck. „Ich fühle mich wie neu geboren“, sagt sie. „Man vergisst dabei alles — alle Sorgen und Probleme von zu Hause.“ Die 66-Jährige aus dem nordrhein-westfälischen Olpe besucht zurzeit ihre Tochter in Lübeck. Bevor sie in der Ferienzeit ihre drei und eineinhalb Jahre alten Enkelkinder betreut, gönnt sie sich vier Tage Wellnessurlaub im Arosa in Travemünde. „Ich möchte einfach nur im Hotel entspannen und danach höchstens noch mal abends auf der Promenade spazieren gehen“, sagt sie.

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Diana Nowak (31), Spa-Leiterin im Bayside-Hotel in Scharbeutz, bereitet für zwei Urlauber ein Entspannungsbad vor. Bei Kerzenschein und wechselnder Beleuchtung können sie bis zu 25 Minuten relaxen.

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So wie Shamin Althaus geht es immer mehr Urlaubern, die ihre Weihnachtsferien im Norden verbringen. „Die Touristen wollen den kalten Wind draußen spüren, aber nach langen Spaziergängen gern in die Sauna oder zur Massage“, sagt Marc Euler, Sprecher der Tourismus-Agentur Schleswig-Holstein (Tash). In den vergangenen Jahren hätten die Hotels zwischen Nord- und Ostsee eine Menge in den Bereich Wellness investiert. „Das war unglaublich wichtig, denn diese Angebote werden sehr gut angenommen und bringen uns jetzt Erfolg“, sagt er. Schleswig-Holstein sei inzwischen auch zur kalten Jahreszeit bei den Touristen angesagt. „Und das liegt auch an den Wellness-Angeboten“, sagt Euler.

Das Arosa in Travemünde setzt dabei vor allem auf Thalasso. Dabei werden die Gäste zum Beispiel mit Meerwasser, Algen und Schlick behandelt. Alle Pools in dem Hotel sind mit Meerwasser gefüllt. „Das Wasser erhalten wir über eine Pipeline in 30 Meter Tiefe direkt aus der Ostsee“, sagt Spa-Managerin Christel Reininghaus. „Die Leute kommen zu uns, um Stress anzubauen, und dafür eignet sich Thalasso sehr gut.“ Vor allem Selbstständige würden die Zeit zwischen den Jahren nutzen, um „aufzutanken“. Die Angebote seien aber etwas für erwachsene Urlauber aller Altersklassen — und sogar für Jugendliche geeignet. „Der Stress in der Schule wird immer größer, und deshalb steigt auch bei ihnen das Bedürfnis nach Entspannung“, sagt Reininghaus.

Außer den Thalasso-Angeboten seien in der kalten Jahreszeit besonders warme Anwendungen gefragt, zum Beispiel Hot-Stone-Massagen, berichtet die Spa-Managerin. Dabei werden aufgeheizte Steine auf den Körper gelegt. Aber auch Pantai Luar, eine Massage mit Kräuterstempeln, sowie Lomi Lomi, eine sinnliche, hawaiianische Massage, zu der eine Geschichte erzählt wird, lägen zurzeit im Trend.

„Wellness wird immer wichtiger, gerade in stressigen Zeiten wie Weihnachten und Silvester“, sagt auch Guido Eschholz, Direktor des Vitalia Seehotels in Bad Segeberg. Zehn Mitarbeiter seien momentan in dem Bereich im Einsatz. „Viele Leute kommen drei bis vier Tage zu uns und verlassen das Hotel bei schlechtem Wetter gar nicht. Sie wollen sich bei uns berieseln lassen, entspannen und nichts Aktives machen“, sagt Eschholz. Die Wellness-Anwendungen seien so beliebt, dass man sich schon ein paar Tage im Voraus einen Termin holen müsse.

Ähnlich sieht es im Hotel Bayside in Scharbeutz aus. „Wir empfehlen, die Anwendungen rechtzeitig zu buchen, weil sie zurzeit so stark nachgefragt werden“, sagt Senior-Chef Jürgen Haltermann.

Spa-Leiterin Diana Nowak ist gerade dabei, für zwei Urlauber ein Entspannungsbad einzulassen. 20 bis 25 Minuten werden sie in dem 38 Grad warmen Wasser mit Vanilleduft verbringen, dazu gibt es Unterwassermusik und eine wechselnde Wannenbeleuchtung. „Die meisten wollen da gar nicht wieder heraus“, sagt die 31-Jährige.

Im Arosa-Hotel hat sich Shamin Althaus unterdessen fürs Training im Fitnessraum umgezogen. Die Urlauberin will ein paar Übungen an den Geräten machen. Hinterher geht es ins therapeutische Becken, in dem das Wasser eine Temperatur von 33 Grad Celsius hat. Althaus lächelt zufrieden. „Das warme Salzwasser ist perfekt, um die Muskeln zu entspannen.“

Janina Dietrich

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