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Wirtschaft im Norden Urlaubsflug wird Fall für den EU-Gerichtshof
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Urlaubsflug wird Fall für den EU-Gerichtshof
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21:14 19.07.2016

Der Flieger zu spät, der Anschluss schon weg: Am Ende landete eine deutsche Urlauberfamilie 14 Stunden zu spät auf Fuerteventura – und ihr Gerichtsstreit um Geldansprüche wegen des verspäteten Flugs vor dem Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Dieser bat nach der gestrigen Verhandlung den Europäischen Gerichtshof um eine Entscheidung, denn der Fall ist kompliziert: Grundsätzlich stehen Passagieren bei einem innereuropäischen Flug dieser Entfernung 400 Euro von der Airline zu, wenn sie drei oder mehr Stunden zu spät am Ziel sind – egal ob mit oder ohne Zwischenstopp. Neu an dem Fall ist, dass zwar beide Flüge bei einem Reiseveranstalter gebucht wurden, aber über verschiedene Fluggesellschaften liefen. Keinen Anspruch haben Reisende bei zwei separat gebuchten Flügen. Daher ist unklar, ob die erste Airline verantwortlich gemacht werden kann. (Az. X ZR 138/15) Die Karlsruher Richter neigen zwar dazu, den Touristen das Geld trotzdem zuzusprechen, dieses Ergebnis lasse sich aber aus dem EU-Recht „nicht hinreichend sicher ableiten“. Für die betroffene Fluggesellschaft Tuifly hatte BGH-Anwalt Hans-Eike Keller zuvor vorgebracht, dass diese mit dem zweiten Flug gar nichts zu tun gehabt habe. „Insoweit kann ihr keine Haftung auferlegt werden.“ Die Reisenden seien deshalb auch nicht schutzlos – sie könnten sich mit ihren Forderungen ja an den Veranstalter wenden. So hatten auch Amts- und Landgericht Hamburg den Fall gesehen.

LN

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