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VW-Kunden sollen bald Post bekommen

Flensburg/Wolfsburg VW-Kunden sollen bald Post bekommen

Werkstatt-Termine frühestens ab 2016. Die Rückruf-Aktion wird Monate dauern.

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Allein in Deutschland müssen demnächst 2,4 Millionen Fahrzeuge in die Werkstätten.

Quelle: Julian Stratenschulte/dpa

Flensburg. EA 189 — diese Nummer sorgt derzeit beim Volkswagen-Konzern für Unruhe. Bei vielen Diesel-Motoren dieses Typs wurden die Abgasanlagen mit einer speziellen Software manipuliert. Das Kraftfahrtbundesamt hat VW verpflichtet, die Software auszutauschen. Für die Halter bedeutet das: Sie werden ihre Autos in den kommenden Monaten in die Werkstätten bringen müssen. Antworten auf wichtige Fragen:

Müssen sich die betroffenen Besitzer jetzt bei ihrem Händler melden? Nein, denn der VW-Konzern will sie von sich aus informieren. Vermutlich werden VW-Kunden in den kommenden Wochen Post bekommen. Gleiches gilt für Besitzer von betroffenen Audi-, Seat- und Skoda-Modellen. Bereits jetzt können Halter auf speziellen Internetseiten jeder Marke nachschauen, ob ihr Auto betroffen ist. Dazu müssen sie ihre Fahrgestellnummer eingeben.

Wann müssen die Autos in die Werkstätten? Ein genauer Zeitplan steht noch nicht fest, aber vor Januar 2016 wird kein Auto in die Werkstatt müssen. Derzeit arbeitet VW noch daran, die Maßnahmen für die einzelnen Motoren zu entwickeln. Bis spätestens Ende Oktober soll der Autobauer dem KBA die geplanten neuen Programme für die 2,0-Liter-TDI-Modelle vorstellen. Bis Ende November müssen Lösungen für die Diesel-Fahrzeuge mit 1,6 und 1,2 Litern Hubraum folgen.

Wie lange wird die Rückrufaktion insgesamt dauern? Das kann man nicht verlässlich vorhersagen. Bei einem Rückruf in dieser Größenordnung — 2,4 Millionen Fahrzeuge sind allein in Deutschland betroffen — wird sich die Aktion vermutlich bis weit ins nächste Jahr hinziehen, vermutet das KBA.

Kann ein betroffener Halter die Werkstatt frei wählen? Das steht noch nicht fest. VW überprüft nach eigenen Angaben derzeit, welche Werkstätten dabei sein können. Die Vertragswerkstätten des Konzerns werden für die Nachbesserungen nach Vorgabe des Herstellers autorisiert werden. Insgesamt gibt es nach Konzernangaben bundesweit 2173 autorisierte Volkswagen-Partner. Damit ergeben sich mit den 2,4 Millionen zurückgerufenen Dieseln rechnerisch 1100 Fahrzeuge pro Werkstatt.

Müssen sich Besitzer betroffener Fahrzeuge am Rückruf beteiligen? Sie sollten es zumindest — schon aus eigenem Interesse. „Der Hersteller ist verpflichtet, die Abgasmanipulation zu beseitigen“, sagte KBA-Sprecher Stephan Immen. Konnten die geforderten Änderungen nicht durchgeführt werden, weil der Halter sich geweigert hat, erlischt im Zweifel die Betriebserlaubnis für das Fahrzeug.

Ist die Manipulation ein Grund, von einem Kaufvertrag zurückzutreten? Nicht unbedingt. „Kunden haben zunächst nur einen Anspruch auf Nacherfüllung“, erklärt Daniela Mielchen, Fachanwältin in der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht des Deutschen Anwaltvereins.

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„Kunden haben zunächst nur Anspruch auf Nacherfüllung.“
Daniela Mielchen

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