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Wirtschaft im Norden VW-Manufaktur neu eröffnet
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden VW-Manufaktur neu eröffnet
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21:14 08.04.2016
Die Gläserne Manufaktur in Dresden hat wieder eröffnet. Eine Ausstellung zeigt Exponate und Fahrzeuge. Quelle: Kahnert/dpa
Dresden/Wolfsburg

. Ungewollt hat in der Gläsernen Manufaktur von Volkswagen in Dresden die Zukunft bereits begonnen. Eine ungewisse Zukunft jedoch — denn in der einstigen Vorzeige-Fabrik in edler Glas-Optik stehen seit knapp drei Wochen die Bänder still. Ein gewöhnungsbedürftiges Bild, auch wenn nie Massenware produziert wurde. Immerhin entstand hier 14 Jahre lang das VW-Luxus-Flaggschiff Phaeton. 

Doch das Projekt Oberklasse liegt vorerst auf Eis. Mit dem Fertigungsende der edlen Limousine Mitte März verordnete die VW-Zentrale im fernen Wolfsburg der Manufaktur eine Neuausrichtung, auf die sie in Dresden unter diesen Umständen wohl lieber verzichtet hätten. Doch inmitten der größten Krise der Firmengeschichte gilt das Motto „Sparen auf Sicht“, wie Vorstandschef Matthias Müller vor Monaten sagte.

Am Ende zog die VW-Führung nicht direkt wegen der weltweiten Diesel-Krise die Reißleine. Die drohenden Milliardenkosten infolge des Skandals beschleunigten aber das Aus für das Modell, das ohnehin mit einem chronisch schwachen Absatz unter den Erwartungen blieb.

Daran will gestern niemand denken. Immerhin soll ein Neuanfang gefeiert werden. Eine für eine VW-Fabrik ungewöhnliche Situation, denn einen Produktionsersatz für den Phaeton kann niemand präsentieren. Angeblich sollen hier in etwa eineinhalb Jahren wieder Autos gebaut werden. Nur welche, und von wem? Knapp 400 der zuletzt rund 500 Mitarbeiter sind auf andere Werke im Land verteilt. Einige haben geholfen, die Hallen zu einer „Erlebniswelt“ umzubauen. Entstanden ist eine Ausstellung zu Elektromobilität und Digitalisierung. Aus der ehemaligen Luxus-Fabrik ist damit eine Werbeplattform für die Marke VW geworden.

Die Feiergäste — unter ihnen der Chef von VW-Sachsen, Siegfried Fiebig, und Sachsens Wirtschaftsminister Martin Dulig (SPD) — sind bemüht, Optimismus auszustrahlen.

Doch die Stimmung ist gespalten. „Die Ungewissheit ist das Schlimmste“, sagt einer der verbliebenen 100 Mitarbeiter.

LN

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