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VW verschiebt seine Jahresbilanz

Wolfsburg VW verschiebt seine Jahresbilanz

Der Abgas-Skandal führt beim Wolfsburger Autobauer nun auch zu Problemen bei der Rechnungslegung.

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Matthias Müller, Vorstandsvorsitzender der Volkswagen AG, informierte gestern den Aufsichtsrat über die Terminverschiebung.

Quelle: Uli Deck/dpa

Wolfsburg. Der Abgas-Skandal bei Volkswagen macht nun auch den Buchhaltern des Konzerns zu schaffen. Weil zu viele offene Fragen die Rechnungslegung erschweren, muss der Autobauer seine Jahresbilanz und das jährliche Aktionärstreffen verschieben. Die späteren Termine seien unerlässlich wegen „offener Fragestellungen im Zusammenhang mit den Folgen der Abgasthematik und den daraus resultierenden Bewertungsfragen“, teilte VW gestern in Wolfsburg mit.

Für die ursprünglich für März und April anberaumten Termine werde es „zeitnah“ Alternativen geben. Ein VW-Sprecher sagte, dass sich der gesamte Prozess aus Jahresabschluss und folgender Hauptversammlung um „vier bis sechs Wochen“ verschiebe. Details seien aber noch unklar. Zudem bekräftigte VW, dass 2015 ein Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) „auf dem Niveau des Vorjahres“

erwartet werde — jedoch vor sogenannten Sondereinflüssen wie der erfolgten milliardenschweren Rückstellung für die Affäre. Die Prognose ist seit Oktober bekannt.

Volkswagen blickt im Abgas-Skandal auf viele offene Baustellen. Dazu zählt die Frage, wann und wie der Konzern knapp 600000 manipulierte Autos in den USA nachbessern kann. Die Behörden dort hatten zuletzt einen ersten Rückrufplan abgelehnt und Nachbesserungen angemahnt. In den USA droht VW auch der Rückkauf von rund 100 000 Wagen. Zudem sind viele juristische Risiken noch lange nicht einzuschätzen.

Der Kurs der VW-Vorzugsaktie war gestern kurzfristig abermals unter die Marke von 100 Euro gerutscht, zeigte sich aber nach der Ankündigung der verschobenen Termine stabil bis positiv. In einer ersten Reaktion war es jedoch zunächst für kurze Zeit steil nach unten gegangen. Der Wert der stimmrechtslosen Vorzugspapiere hat seit dem Ausbruch der Krise im Herbst rund ein Drittel eingebüßt.

Der Konzern hatte ursprünglich vorgehabt, am 10. März in Berlin seine Jahresbilanz zu präsentieren und am 21. April seine Hauptversammlung in Hannover abzuhalten. Bei dem Aktionärstreffen wollte der Autobauer zudem Zwischenstände bekanntgeben zur Aufklärung des Skandals und der Schuldfrage. Dieses zeitliche Ziel bleibe trotz der Verschiebung erhalten. Die Planung laufe weiter in Richtung zweite Aprilhälfte.

Die VW-Dachgesellschaft Porsche SE, die gut 50 Prozent der Stimmrechte an Europas größtem Autobauer hält, verschiebt ebenfalls die Vorstellung ihres Jahresabschlusses. Bisher war die Porsche SE von einem Konzernergebnis nach Steuern von 0,8 Milliarden Euro bis 1,8 Milliarden Euro für 2015 ausgegangen. Gestern betonte das Unternehmen erneut, diese Prognose stehe unter Vorbehalt.

Die Bilanz-Pressekonferenz der Porsche SE war bisher für den 15. März und die Hauptversammlung für den 4. Mai geplant. Die Holding benötigt für ihre Arbeit bei der Bilanzerstellung die Vorlage der Wolfsburger.

Auch der für Ende April geplante Termin zu den VW-Zahlen des ersten Quartals ist nun hinfällig. Die Bestätigung des neuen Aufsichtsratschefs Hans Dieter Pötsch durch die Aktionäre bei der Hauptversammlung ist ebenfalls verschoben. Die Kosten für die Terminabsagen hielten sich in einem „überschaubaren Rahmen“, sagte der Sprecher. Für die Hauptversammlung hat VW Verträge mit der Messe in Hannover geschlossen.

Taigun-Pläne aufgegeben

Volkswagen gibt die Pläne für den dreitürigen „Stadtgeländewagen“ Taigun auf. „Das Auto, so wie wir es bisher gezeigt haben, war zu kurz“, sagte ein Sprecher gestern. 2012 hatte VW eine Studie des Taigun in Brasilien vorgestellt. Anfang März will der Konzern nun beim Autosalon in Genf die seriennahe Studie eines anderen kleinen SUV präsentieren. Bislang hat Volkswagen zwei SUV im Angebot: den Touareg und den etwas kleineren Tiguan.

LN

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