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Wirtschaft im Norden Verband warnt vor Altersarmut
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20:41 16.08.2017
Mehr Leute haben wie er einen vollwertigen Arbeitsplatz: Manfred Böttcher vermisst Teile einer Wasserkraftturbine. Quelle: Foto: Stefan Puchner/dpa
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Wiesbaden

. Der Arbeitsmarkt boomt. Dennoch hat gut jeder fünfte Beschäftigte in Deutschland keinen regulären Job. 7,7 Millionen Menschen arbeiten nach neuen Zahlen des Statistischen Bundesamts als Minijobber, Leiharbeiter, befristet oder in Teilzeit mit weniger als 20 Stunden.

Seit drei Jahren ist der Anteil mit gut 20 Prozent der Erwerbstätigen nahezu unverändert. Der Sozialverband VdK warnt deshalb vor Altersarmut. „Wer wenig verdient, zahlt wenig in die Rentenkasse“, sagt VdK-Präsidentin Ulrike Mascher. „Der konstant hohe Anteil atypischer, und in ihrer Mehrheit prekärer, Beschäftigungsverhältnisse ist besorgniserregend.“

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes entstanden im vergangenen Jahr 808 000 zusätzliche reguläre Jobs. Die Zahl der Erwerbstätigen in einem sogenannten Normalarbeitsverhältnis – unbefristet, voll sozialversicherungspflichtig, mit einer wöchentlichen Arbeitszeit von mehr als 20 Stunden – stieg im Vergleich zum Vorjahr auf 25,6 Millionen. Zugleich erhöhte sich aber auch die Zahl der Menschen in atypischer Beschäftigung um 121 000 auf 7,7 Millionen.

„Bereits seit einigen Jahren ist der Anstieg der atypischen Beschäftigung nicht mehr mit dem Abbau von regulären Arbeitsplätzen verbunden, wie es noch in den Nullerjahren der Fall war“, sagt der Hauptgeschäftsführer des Bundesarbeitgeberverbands der Personaldienstleister (BAP), Thomas Hetz. „Die noch immer gängige Vorstellung, dass Unternehmen Normalarbeitsplätze abbauen und durch Teilzeitstellen, Minijobs oder Leiharbeit ersetzen, trifft die Realität auf dem Arbeitsmarkt seit mindestens 2010 nicht mehr.“

Frauen haben deutlich häufiger als Männer keinen regulären Job. 5,3 Millionen waren es im vergangenen Jahr. Als Grund gelten fehlende Kinderbetreuungsmöglichkeiten. Laut einer Prognos-Studie für das Familienministerium haben gut vier von zehn Grundschulkindern (44 Prozent) derzeit kein Betreuungsangebot nach dem Unterricht, obwohl viele Eltern dringenden Bedarf anmelden.

„Fast 100000 Mütter mit Kindern zwischen sechs und zehn Jahren arbeiten wegen fehlender oder zu teurer Betreuungsplätze lediglich in Teilzeit. Ein Viertel von ihnen ist alleinerziehend“, sagt Familienministerin Katarina Barley (SPD). „Das sind auch Fachkräfte, die uns auf dem Arbeitsmarkt fehlen“. Barley will die Ganztagsbetreuung von Grundschülern ausbauen.

Der VdK fordert im Hinblick auf die Rentenhöhe eine Anhebung des Mindestlohns von derzeit 8,84 Euro auf mindestens zwölf Euro in der Stunde.

LN

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