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Wirtschaft im Norden Verlustreiches Jahr für Vattenfall
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21:18 03.02.2016

Niedrige Strompreise im Großhandel und hohe Überkapazitäten haben den schwedischen Energiekonzern Vattenfall auch im vergangenen Jahr in den roten Zahlen gehalten. Wie das Unternehmen in Stockholm und Berlin bekanntgab, war der Verlust nach Steuern mit 19,8 Milliarden Kronen (2,1 Milliarden Euro) mehr als doppelt so hoch wie 2014. Der Umsatz sank leicht von knapp 166 auf 164,5 Milliarden Kronen (17,6 Milliarden Euro).

Vattenfall hat mit geringeren Vermögenswerten zu kämpfen. „Die deutsche Entscheidung, die CO2-Emissionen langfristig zu mindern, hat den Wert unseres Braunkohlen-Vermögens einem Risiko ausgesetzt“, erklärte Konzernchef Magnus Hall. Das habe eine Wertminderung zur Folge gehabt. Seit Herbst 2015 stehen Kohlegruben und Kraftwerke in Sachsen und Brandenburg zum Verkauf. Der Staatskonzern will künftig keinen Strom mehr aus klimaschädlicher Braunkohle produzieren.

In Schweden legt Vattenfall zwei Atomkraftwerke früher als geplant still. Die notwendigen Investitionen in die Sicherheit hätten eine profitable Stromerzeugung unwahrscheinlich gemacht, sagte Hall.

Insgesamt führt der Ökostrom-Boom branchenweit dazu, dass sich viele konventionelle Anlagen auch bei der Kohle- und Gaskraft kaum noch wirtschaftlich betreiben lassen. Der Unternehmenschef kündigte an, dass man den Sparkurs auch im laufenden Jahr fortsetzen werde. In den letzten fünf Jahren habe man die Kosten um 30 Prozent senken können.

Parallel dazu will der Konzern den Ausbau der erneuerbaren Energien vorantreiben. „Vattenfall wird innovative Energielösungen anbieten und zu den Marktführern im Bereich der nachhaltigen Energieerzeugung zählen“, sagte Hall. Ende 2015 hatten die Schweden angekündigt, bis 2020 weitere 5,5 Milliarden Euro in die Windenergie zu investieren. Die Umweltorganisation Greenpeace sieht die Umstellungen auch als längerfristige Folge des Umbaus des gesamten Energiesystems. „Vattenfalls Milliardenverlust ist der tiefrote Beweis, dass sich kein Energiekonzern auf Dauer gegen die Energiewende stellen kann“, meinte Branchenexperte Karsten Smid.

LN

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