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Volkswagen-Chef bittet seine Aktionäre um Treue

Hannover Volkswagen-Chef bittet seine Aktionäre um Treue

Heftige Kritik von Anlegern wegen des Dieselskandals – Konzernspitze will zum Vorbild in Sachen Integrität werden.

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Der VW-Aufsichtsratsvorsitzende Hans Dieter Pötsch entschuldigte sich bei der Hauptversammlung.

Quelle: Nigel Treblin/dpa

Hannover. . Beißende Kritik an den Führungs- und Kontrollmechanismen von Volkswagen dominierte die Hauptversammlung des krisengeschüttelten Autobauers in Hannover . Neun Monate nach Bekanntwerden des Dieselskandals forderten Anteilseigner, darunter Vertreter von großen institutionellen Anlegern, vollständige Aufklärung und wirkungsvolle Sicherungen. Vorstandschef Matthias Müller warb für einen Neuanfang. „Wir können die Vergangenheit nicht ungeschehen machen. Was in unseren Händen liegt, ist, verantwortungsvoll damit umzugehen.“ VW wolle zu einem „Vorbild“ in Sachen Integrität und Recht werden. Er bat die Anteilseigner um Entschuldigung. Auch Aufsichtsratschef Hans Dieter Pötsch bat um Verzeihung.

Die Versammlung der Anteilseigner, zu der nach VW-Angaben 3000 Aktionäre kamen, stand ganz im Zeichen des Dieselskandals. Der größte deutsche Autobauer hatte im vergangenen September nach Ermittlungen von US-Behörden zugeben müssen, bei weltweit mehr als elf Millionen Diesel-Fahrzeugen eine Software eingesetzt zu haben, die Emissionswerte bei Tests künstlich absenkte. Das stürzte Volkswagen in eine tiefe Krise. Der Präsident der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz, Ulrich Hocker, warf dem im Volkswagen-Aufsichtsrat vertretenen Großaktionären und Gewerkschaftsvertretern „kollektives Versagen“ vor. „Wir stehen vor einem Trümmerhaufen“, sagte der Aktionärsvertreter.

Erik Bomans vom Spezialdienstleister Deminor Recovery Services, der Pensionsfonds und andere Großanleger bei der Durchsetzung von Ansprüchen gegen VW unterstützt, forderte ebenfalls eine radikale Neujustierung. „Das Unternehmen hat das Vertrauen der Investoren missbraucht.“ Andere Aktionärsvertreter kritisierten mangelnde Transparenz bei der Aufklärung der Affäre. 89 Prozent der Volkswagen-Stimmrechte halten die beiden VW-Gründerfamilien Porsche und Piëch, das Land Niedersachsen und das Emirat Katar.

Zu Wochenbeginn war bekannt geworden, dass die Staatsanwaltschaft gegen den früheren Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn und VW-Markenchef Herbert Diess wegen des Verdachts der Marktmanipulation ermittelt. VW könnte zu spät über Folgen des Skandals informiert haben.

Am Abend wurde dann erwartungsgemäß dank der Mehrheitsverteilung dem Vorstand Entlastung erteilt. Jedoch enthielt sich Großaktionär Niedersachsen (20 Prozent Anteile) bei Winterkorn und Diess der Stimme.

LN

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