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Volkswagen zieht Lehren aus der Diesel-Affäre

Wolfsburg Volkswagen zieht Lehren aus der Diesel-Affäre

Vorstandsmitglied Hiltrud Werner spricht von einer „Kulturveränderung“ im Konzern.

Wolfsburg. . Volkswagen hat nach Ansicht des Konzerns aus der Abgas-Affäre gelernt. „Wir ziehen gerade in vielen Bereichen unsere Lehren aus der Diesel-Krise“, sagte Hiltrud Werner, seit Februar Vorstand für Integrität und Recht im VW-Konzern. „Wir sind uns bewusst, dass das tatsächlich ein Skandal für dieses Unternehmen ist.“ Werner betonte, nichts hätten die US-Behörden VW so übel genommen wie die Behinderung der Ermittlungen: „Ich bin mir sicher, dass wir aus diesem Teil des Diesel-Skandals besonders viel gelernt haben.“

VW hatte im September 2015 zugegeben, in großem Stil bei Abgastests von Diesel-Fahrzeugen getrickst zu haben und ringt nach zahlreichen Klagen und Milliarden-Vergleichen in den USA um Vertrauen.

Weltweit sind 11 Millionen Fahrzeuge der VW-Gruppe betroffen, davon 2,6 Millionen in Deutschland. Werner (51) hatte das Ressort Integrität und Recht im Februar übernommen, nachdem Christine Hohmann-Dennhardt VW im Streit verlassen hatte.

Zur Aufarbeitung der Affäre sagte Werner, die Umsetzung interner Projekte sei noch lange nicht abgeschlossen: „Gerade im Produktentwicklungsprozess sind IT-Systeme neu zu entwickeln, um die Dokumentationspflichten noch besser zu erfüllen. Da gibt es Roll-out-Pläne, die bis ins Jahr 2018 hineinreichen.“ In der Diesel- Krise sei deutlich geworden, dass es bei Audi und Volkswagen häufig verschiedene Organisationsstrukturen gebe. Ziel sei es, diese anzugleichen.

Zu den Lehren aus der Krise gehöre auch, dass mehr Vorsorge in Sachen IT-Sicherheit wichtig sei, um bedeutende Informationen notfalls wiederherstellen zu können und Archivierungsfristen zu erfüllen. Keine Prognose wagte Werner in der Frage, wie schnell der Kulturwandel bei Volkswagen vorankommen wird: „Am Anfang wird jedes einzelne positive Signal einer Kulturveränderung als Ausnahme gesehen. Jede negative Erfahrung wird hingegen als Bestätigung der Einschätzung gewertet, dass sich sowieso nichts ändert.“ Werde eine Kulturveränderung ausgerufen, dann sei das eine Aufforderung an jeden einzelnen Mitarbeiter, zum Seismographen zu werden.

LN

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