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Vom Birkenstock-Schuh bis zum Sofortbild: Retro liegt im Trend

Lübeck Vom Birkenstock-Schuh bis zum Sofortbild: Retro liegt im Trend

Viele Produkte sind plötzlich wieder angesagt, obwohl sie lange als altmodisch galten.

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Julia Grasmück (17) probiert eine Sofortbildkamera von Fujifilm aus. Jedes Foto muss gut überlegt sein, denn es kostet rund einen Euro.

Quelle: Fotos: Wolfgang Maxwitat (5), Alexander von Humboldt Institut Für Internet und Gesellschaft/dpa

Lübeck. Im Eingangsbereich des Lübecker Schuhgeschäfts „boys & girls“ steht ein Tisch mit Birkenstock-Sandalen. Marina greift nach einem pinkfarbenen Paar mit Zehentrenner. „Die gefallen mir“, sagt die Elfjährige. Und sie hat Glück: Die Schuhe haben ihre Größe – 36. „Das ist der Rest, den wir noch haben“, sagt Mitarbeiterin Tanja Trautmann. „Die Nachfrage ist sehr groß. Wir könnten ein ganzes Abteil damit füllen.“ Doch das gehe nicht, weil Birkenstock Lieferschwierigkeiten habe. Derzeit dauere es ein Vierteljahr, bis die Firma Ware ausliefere. Der Grund: Das Interesse an der Marke ist stark gestiegen. 17,4 Millionen Paare verkaufte das Unternehmen im vergangenen Geschäftsjahr. Der Umsatz stieg um 22 Prozent auf 333,5 Millionen Euro.

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Viele Produkte sind plötzlich wieder angesagt, obwohl sie lange als altmodisch galten.

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Lange war Birkenstock in Deutschland als Ökolatsche verpönt. Doch dann ließ die britische Modedesignerin Phoebe Philo bei der Vorstellung einer neuen Kollektion in Paris ihre Models in Birkenstock über den Laufsteg gehen – und verhalf dem deutschen Schuhhersteller damit international zu Glamour. Sogar bis nach Mexiko. Denn von dort kommt Marina, die zurzeit mit ihrer Familie Urlaub in Lübeck macht. Zu Hause trägt sie fast ausschließlich Birkenstock. „Das sind schöne Schuhe“, sagt das Mädchen. „Sie sind bequem, und man kann mit ihnen auch mal ins Wasser laufen.“

Birkenstock-Schuhe sind nicht das einzige Produkt, das plötzlich wieder angesagt ist, obwohl es noch vor wenigen Jahren als altmodisch galt. Vieles feiert zurzeit ein Revival, zum Beispiel Sofortbildkameras. „Sie sind momentan der absolute Hype“, berichtet Bente Möller von Photo Dose in Lübeck. Das Traditionsunternehmen Polaroid selbst stellt die Kameras, für die es bekannt geworden ist, zwar nicht mehr her. Dafür hat Fujifilm eine ganze Serie in bunten Farben herausgebracht. Die Fotos sind nur visitenkartengroß, haben also nicht die Größe der typischen PolaroidBilder. Dennoch sei die Nachfrage riesig. „Die Kameras werden vor allem von jungen Leuten gekauft, die nicht damit aufgewachsen sind“, sagt Möller. „Sie finden Sofortbilder cool und wollen es mal ausprobieren.“

Eine Renaissance erlebt auch der Turnbeutel. Ob fürs Einkaufen in der Stadt oder bei Festivals, überall laufen Menschen mit den Stofftaschen auf dem Rücken herum, die früher nur zum Sportunterricht in der Schule getragen wurden. Das Modegeschäft Kult in Lübeck hat alle Schaufensterpuppen mit dem Accessoire dekoriert, im Laden selbst stehen mehrere Ständer voller Turnbeutel. Einige sind mit Blumen oder einem Anker verziert, andere mit Sprüchen wie „Ich gucke nicht böse, ich gucke abwertend“. „Turnbeutel werden von allen gekauft – vom zehnjährigen Mädchen bis zum Erwachsenen“, sagt Filialleiterin Jennifer Gerhardt. „Sie sind einfach angesagt.“

Gleiches gilt für alte Spiele. Der Coppenrath Verlag hat unter der Marke „Die Spiegelburg“ verschiedene Klassiker neu herausgebracht – etwa Murmeln, Gummitwist, das Hüpfkästchen- sowie das Fadenspiel. „Sie sind sehr beliebt“, sagt Martina Braun vom Papierhaus Groth in Lübeck. „Omas nehmen sie ihren Enkeln mit, andere greifen aus Nostalgie zu.“ In den kleinen Spielschachteln liegt auch eine Anleitung, „weil wir ja alle nicht mehr genau wissen, wie es früher ging“, sagt Braun schmunzelnd.

Auch Musik auf Vinyl ist wieder im Kommen. Der Umsatz mit Schallplatten stieg in den vergangenen Jahren rasant – von sechs Millionen Euro im Jahr 2006 auf 50 Millionen Euro 2015. „Die Nachfrage ist bedeutend größer geworden“, bestätigt Rainer Marenke, Inhaber des Musik-Ladens Wo-Anders in Lübeck. „Viele besinnen sich auf das Alte, gerade auch Jüngere. Platten sehen toll aus. Außerdem habe ich etwas, das ich in der Hand halten kann.“

Janina Dietrich

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