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Vom Schandfleck zur belebten Ecke in der Innenstadt

Grevesmühlen Vom Schandfleck zur belebten Ecke in der Innenstadt

Grevesmühlen könnte um einen schönen Flecken in der Innenstadt reicher werden: Das Haus Wismarsche-Straße 26 darf abgerissen werden. Ein Geschäfts- und Wohnkomplex soll entstehen.

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Die Schulstraße Blickrichtung August-Bebel-Straße.

Quelle: Cornelia Roxin

Grevesmühlen. Kann die Wohnungsbau- und Verwaltungsgesellschaft (Wobag) als Eigentümer und künftiger Bauherr ihre Vorstellungen für den als Schandfleck geltenden Standort des Hauses Nr. 26 in der August-Bebel-Straße umsetzen, dürfte das auch gelingen.

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Die Schulstraße Blickrichtung August-Bebel-Straße.

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Das Vorderhaus und ein Großteil der angrenzenden Bebauung in der Schulstraße dürfen jetzt nach jahrelangem Leerstand abgerissen werden. Auch mit dem Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege wurde Einvernehmen hergestellt. Eine der Auflagen ist, mittels eines verzerrungsfreien Grund- und Aufrisses aus fotografischen Bildern für die Nachwelt eine Aufnahme der angrenzenden Straßenseiten zu erstellen.

Noch in diesem Jahr soll der Bauantrag gestellt werden, die Planungen sind angelaufen. Geht es nach der Wobag, erfolgt der Abriss 2016. Ende kommenden Jahres könnte möglicherweise der Neubau beginnen, spätestens aber im Frühjahr 2017. Die Wobag geht derzeit von einer über drei Millionen Euro teuren Investition aus.

Geschäftsführerin Uta Woge möchte zwar noch nicht so viel Aufhebens in der Öffentlichkeit haben, dann gibt sie aber doch erste Überlegungen preis. Sie gehen auf jeden Fall dahin, im Neubau Platz für einen Gewerbetreibenden zu schaffen und Wohnungen entstehen zu lassen. Wieder Handel von einem seit jeher dafür genutzten Ort aus zu betreiben, hat die Wobag-Chefin dabei fest im Blick. Damit will sie auch das von der Stadt verfolgte Ziel verwirklichen helfen, den Platz vor dem Haus wieder zu beleben. Alteingesessene Grevesmühlener erinnern sich bestimmt noch an das Fotostudio Winkler an gleicher Stelle oder noch weiter zurückgehend in Grevesmühlens Geschichte an das Kolonialwarengeschäft der Familie Paust.

Für das Vorgehen bei der Wohnbebauung setzt Uta Woge auf die Mitwirkung der Einheimischen. „Wir wollen dabei auf die Bedürfnisse unserer Menschen eingehen“, stellt sie klar, dass das stadteigene Tochterunternehmen durchaus auch bereit sei, andere als eingefahrene Wege zu gehen. Wohnraum für Gruppen, egal ob für junge oder ältere Leute, bei Bedarf zur Verfügung zu stellen, sei zum Beispiel eine Option. Uta Woge spricht in diesem Zusammenhang von in sich geschlossenen Wohnbereichen mit Gemeinschaftsräumen. Andernfalls könnten aber auch bis zu 15 Zwei- bis Dreiraumwohnungen entstehen.

„Für die Planung werden wir die Bevölkerung rechtzeitig miteinbeziehen“, verspricht sie. Und: „Wir setzen auf eine nachhaltige Vermietung.“ Tiefgarage, Kellerräume, sicherlich auch einen Fahrstuhl , Balkone, Dachterrasse, barrierefreier Zugang — das alles sieht Uta Woge als wünschenswert an. Aber die Geschäftsfrau weiß auch: „Wir müssen sehen, inwieweit das technisch machbar ist und es sich rechnet.“ Die Miete müsse bezahlbar bleiben.

Das sagt sie nicht zuletzt auch mit Blick auf die Gestaltung des Komplexes zur Schulstraße hin, denn die dort jetzt kleinteilige Gestaltung mit den allein fünf verschiedenen Dachformen gelte es zu erhalten. „Das wird eine anspruchsvolle Bebauung“, betont Uta Woge nicht zuletzt auch mit Blick auf die Brandschutzbestimmungen. „Wir haben schon den Anspruch, dass das eine tolle Ecke für Grevesmühlen werden soll und sich später zeigt, dass alle darauf einmal stolz sein können“, schließt Uta Woge ihren Ausblick — immer betonend, dass sich alles erst in der Anfangsphase befindet.

Uta Woge stellt für alle Vorhaben eine rechtzeitige Einbeziehung auch aller direkten Nachbarn in Aussicht. Den Kritiker der Schulstraßen-Sperrung allerdings muss sie sagen: „In absehbarer Zeit kann aus Gründen der Verkehrssicherungspflicht nicht auf die Sperrung verzichtet werden. Eine Aufhebung nach dem Abriss schloss sie nicht aus, sollte sich die Möglichkeit dafür ergeben. Für den Neubau aber müsse die Straße wieder gesperrt werden.

Zur Geschichte des Hauses
1817 gehört das Grundstück Familie Paust, deren Nachfahren heute noch in der Stadt zu Hause sind. Gekauft hat die Familie es damals von den Gebrüdern Wilde.



1830 wurde eine Essigfabrik auf dem Grundstück errichtet. Im April 1903 wurde der Speicherneubau mit Pferdestall und Flügelanbau genehmigt und im März 1908 das Grundstück an die Kanalisation angeschlossen.



Im Januar 1965 erfolgten der Abbruch und Neubau des Speicherdrempels und der Wohnungsumbau im Haupthaus.



2013 kaufte die Wobag die Immobilie während einer Auktion von einem Lübecker Privatmann.



Quelle unter anderem: Band I Stadtpfandbuch Grevesmühlen

Cornelia Roxin

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