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Vom kleinen Traum zur großen Lok

Hamburg/Lübeck Vom kleinen Traum zur großen Lok

Lübecker lernt das Fahren, Rangieren und Zusammenstellen von Zügen – Bahn hat Nachwuchssorgen.

Hamburg/Lübeck. Für Torben Schmidt ist ein Traum wahr geworden: Der Lübecker lässt sich bei der Deutschen Bahn (DB) zum Lokführer ausbilden. Seine Übernahme ist sicher – nach Ende seiner Lehrzeit im Juni wird er am Terminal Hamburg-Billwerder eingesetzt, einer der größten und modernsten Umschlaganlagen für den kombinierten Verkehr in Deutschland.

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Lübecker lernt das Fahren, Rangieren und Zusammenstellen von Zügen – Bahn hat Nachwuchssorgen.

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„Das ist schon ein kleiner Kindheitstraum, große Loks zu fahren“, erzählt Schmidt schmunzelnd. Der 29-Jährige hatte schon eine Ausbildung zum Schmied absolviert, bevor er zur Bahn wechselte. Ein Onkel, selbst Eisenbahner in Bremen, brachte ihn auf die Idee. „Es gefällt mir sehr gut“, sagt der große und kräftige Mann. „Ich bin draußen und packe mit an. Für mich ist es auch ein wichtiger Aspekt, dass der Job sicher ist.“ In einem leuchtend orangefarbenen Anzug tritt er „V 1“ an, den Vorbereitungsdienst. Ist die Lok gesichert? Sind die Bremsen angelegt? Ist der Tank noch voll genug? Müssen die Sandkästen vielleicht aufgefüllt werden, deren Inhalt die Schienen bei Bedarf griffiger macht?

Die dreijährige Ausbildung bei der DB Cargo, die den Güterverkehr der Deutschen Bahn AG auf Europas Schienen organisiert, ist umfangreicher, als er es sich zunächst vorgestellt hatte. Zusammen mit den anderen 17 Azubis in seinem Jahrgang lernt er neben dem Fahren auch das Rangieren und das Zusammenstellen von Zügen, dazu jede Menge über Betriebssicherheit, Wagen- und Bremsenprüfung sowie das Erkennen und Beseitigen von Störungen.

Ausgebildet wird auf der Gravita, einer Diesellok von Voith. „Das ist eine hochmoderne Lok, die wir seit vier Jahren im Betrieb haben“, erklärt Reimund Witschkowski von der DB Cargo in Lübeck. Sie könne je nach Streckenbeschaffenheit bis zu 2000 Tonnen transportieren. „Bei hohen Geschwindigkeiten und entsprechender Zuglast hat man da schnell mal einen Bremsweg von ein paar Hundert Metern“, sagt Witschkowski. Auch beim Rangieren sei Gefühl gefragt, „damit die Rangiereinheit rechtzeitig vor einem Hindernis zum Stehen kommt“. Man hantiere mit schwerem Gerät, da habe man eine hohe Verantwortung zu tragen. „Das ist schon eine ganz neue Welt“, ergänzt Schmidt. Für ihn sind auch die Signale ein großes Thema. „Das dauert schon, bis man die so drauf hat.“

„Der Beruf ist anspruchsvoll und erfordert hohen persönlichen Einsatz“, meint auch Gerda Groß, Regionale Leiterin für Berufliche Erstausbildung bei der DB Cargo in Hamburg. Wegen des zunehmenden Wettbewerbs um Auszubildende und des demografischen Wandels werde es auch für DB Cargo immer schwieriger, passende Bewerber zu finden. Voraussetzung für die Ausbildung zum „Eisenbahner im Betriebsdienst, Fachrichtung Lokführer und Transport“ (wie es korrekt heißen muss), ist mindestens ein guter Hauptschulabschluss. Auch Technikbegeisterung, Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit sollte man mitbringen. Von Vorteil sei es außerdem, wenn man auch in hektischen Situationen den Überblick behalten könne. Neben einem Vorstellungsgespräch gibt es auch einen betriebsärztlichen Eignungstest. Ein Lokführer-Azubi verdient, je nach Lehrjahr, zwischen 881 und 1080 Euro im Monat.

Frauen werden übrigens auch gern genommen. „Es gibt aber nur wenige weibliche Bewerber“, berichtet Groß. Aktuell gibt es 613 weibliche Lokführer, das sind 3,3 Prozent. Bei den derzeit insgesamt 1125 Lokführer-Azubis liegt der Anteil immerhin bei 4,3 Prozent.

Torben Schmidt kann nach dem Ende seiner Lehrzeit Güterzüge mit Dieselloks führen. Durch Zusatzqualifikationen kann er sich allerdings weiterbilden: zum Lokführer für E-Lok zum Beispiel, zum Disponenten oder auch zum Meister für Bahnverkehr.

Bahn sucht Azubis

Ein Azubi-Casting bietet die Bahn am 26. April erstmals in Hamburg an. In der DB-Zentrale im Stadtteil Hammerbrook können Schüler sich zwischen 10 und 16 Uhr über verschiedene Ausbildungsberufe bei der Bahn informieren. Zum September 2017 stellt das Unternehmen in Schleswig-Holstein und Hamburg etwa 250 Azubis ein, darunter auch 31 Lokführer.

Deutschlandweit sollen im Herbst 3700 Nachwuchskräfte eingestellt werden. Zur Wahl stehen 50 Ausbildungsberufe und 25 duale Studiengänge, darunter Elektroniker, Gleisbauer, Systemgastronom, Bauingenieur und Lagerlogistiker. Nach erfolgreich bestandener Abschlussprüfung verspricht die Bahn eine unbefristete Übernahme.

Weitere Informationen und Anmeldung zum Casting im Internet unter https://karriere.deutschebahn.com/de/de/jobs

Julia Paulat

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