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Wirtschaft im Norden Was Verwaltung vom Orchester lernen kann
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18:22 14.10.2017
Rolf Sahre, Marian Szymczak, Gülten Bockholdt und Stefan Mensching (v. l.) sprechen in Lübeck über innovatives Management. Quelle: Foto: Rüdiger Jacob
Lübeck

Technologien, Daten und Mitarbeiter ließen sich am besten in Einklang bringen, wenn die Digitalisierung smarter, sprich näher am Menschen werde. Dann könne auch die öffentliche Verwaltung davon lernen. Das war eine der Kernbotschaften beim 17. Führungskräfteforum, zu dem die Lübecker Mach AG eingeladen hatte. 180 Gäste – Führungskräfte aus Verwaltungen von Bund, Ländern und Kommunen sowie Hochschulen und Kirchen – diskutierten in den Media Docks zum Thema „innovatives Management“.

Auf dem Podium: Silvia Bechtold, Vizepräsidentin beim Bundesverwaltungsamt, Erwin Wagner, Abteilungsleiter IT des Sächsischen Staatsministeriums des Innern, Hans-Josef Vogel, Bürgermeister der Stadt Arnsberg, Professorin Swantje Heischkel, Kanzlerin der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur Leipzig und Gülten Bockholdt, Kommanditistin der Bockholdt KG. „Wir müssen die Mitarbeiter mitnehmen“, lautete Heischkels Fazit. Aus ihnen müssten Orchestermitglieder gemacht werden. Heischkel spielte damit auf einen illustren Vortrag von Christian Gansch, Dirigent und Grammy-Gewinner, an.

Gansch ging der Frage nach, was Verwaltungen von Orchestern lernen könnten: „Da ein Dirigent nur zwei Hände hat und nicht überall gleichzeitig sein kann, braucht es selbstverantwortliche und selbstmotivierte Musiker“, sagte Gansch. Wie ein Dirigent müsse eine Führungskraft mehr Vorbild als Leitbild sein: „Wir müssen aufeinander hören und miteinander lernen“, sagte Gansch. Am Beispiel des Orchesterzusammenspiels machte der Experte deutlich, dass die Geigen sich nach den Celli richteten und umgekehrt. „Das hat ganz viel mit gegenseitigem Respekt und Wertschätzung zu tun.“

Marian Szymczak, Bereichsleiter Buchhaltung und Finanzen der Stadt Lübeck, zog dieses Resümee: „Wie der Dirigent muss die Führungskraft den Takt angeben, und die Impulse folgen lassen.“ Für Gülten Bockholdt wirkt die Digitalisierung „wie ein Betonblock“, bei dem man das Gefühl des „Hinterherrennens“ habe. Die Unternehmerin wünscht sich einen smarteren Umgang in der digitalen Welt. „Wir müssen genau sehen, was wir smartifizieren wollen, und wir müssen die Mitarbeiter an dieser Sinnfrage mitwirken lassen dürfen. Nur so bekommen wir Tragfähigkeit und Akzeptanz.“ Nur ein Wertewandel in einer entsprechenden Unternehmenskultur könne dazu beitragen, Fachbereiche miteinander zu vernetzen. Auch würde das herkömmliche, hierarchische Organigramm zugunsten von mehr Verbindungen untereinander aussterben. Nach Meinung von Rolf Sahre, Vorstandsvorsitzender der Mach AG, müssten „jene Gestaltungsräume genutzt werden, die es heute schon gibt“. Das fange beispielsweise damit an, dass man Mitarbeiter ermutige, durch technische Ausstattung auch einmal im Homeoffice zu arbeiten, sagte Sahre. Einen bunten Schlusspunkt servierte Ex-Staatssekretär Thomas Losse-Müller. Er ließ unter anderem wissen, dass Schleswig-Holsteins Kühe teilweise schon digitalisiert seien: „Denn sie tragen ein sogenanntes Pedometer, das ein Bewegungsprofil der Kuh erstellt und dem Bauern darüber Auskunft gibt, wie viel sie gelaufen ist, und ob sie krank oder trächtig ist.“

jac

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