Volltextsuche über das Angebot:

11 ° / 6 ° wolkig

Navigation:
Was wir im ICE erlebt haben

Lübeck Was wir im ICE erlebt haben

Der Hochgeschwindigkeitszug der Bahn wird 25 – LN-Redakteure erzählen von ihren ungewöhnlichsten Touren.

Voriger Artikel
Ölförderung wird Chefsache
Nächster Artikel
Rechte Tasche, linke Tasche

Lübeck. Lübeck Zugegeben, die meisten Fahrten im ICE verlaufen relativ ereignislos, dafür aber komfortabel. Und oft ist der Fahrgast sogar auf die Minute pünktlich am Ziel. In Erinnerung bleiben jedoch vor allem Pannen und Kuriositäten – wie dieser persönliche Rückblick zeigt.

LN-Bild

Der Hochgeschwindigkeitszug der Bahn wird 25 – LN-Redakteure erzählen von ihren ungewöhnlichsten Touren.

Zur Bildergalerie

Der rumpelnde Rehbock: Auf der Strecke Hamburg–Berlin. Es rumst bei hoher Geschwindigkeit hörbar, irgendwie klötert es bedenklich danach. Der Zug bremst stark ab, tuckert mit gefühlten 50 km/h vor sich hin. Durchsage: „Sehr verehrte Fahrgäste, wir haben gerade vermutlich einen Rehbock erfasst und mussten aus Sicherheitsgründen zwischenzeitlich abbremsen.“ Der Zug schleicht weiter, hier und da gibt es wieder merkwürdige Geräusche aus dem Unterbau. Neue Durchsage: „Verehrte Fahrgäste. Wie sich jetzt herausstellte, hat unser ICE keinen Rehbock, sondern Teile eines nicht ausreichend gesicherten Bauzuges erfasst. Wir müssen am nächsten Bahnhof den Zug stilllegen.“

Ebenfalls kurios war diese Durchsage auf einer anderen Fahrt: „Verehrte Fahrgäste, wir haben zwar heute einen Bistrowagen dabei, aber leider hat es die Besatzung wegen eines Unwetters nicht rechtzeitig bis zum Zug geschafft.“ Draußen scheint die Sonne. Zehn Minuten später eine weitere Durchsage: „Verehrte Fahrgäste, wir können Ihnen mitteilen, dass das Zugpersonal es geschafft hat, wenigstens die Kaffeemaschine in Gang zu setzen. Wir freuen uns auf Ihren Besuch im Bistrowagen.“

Lost in Büchen: Die Arbeit ist getan, jetzt schön mit dem ICE von Lübeck nach Berlin, geht ja schnell, denkt der Bahn-Fan. Es ist Sonnabend, 18.30 Uhr. Der nächste Zug von Lübeck nach Berlin geht . . . huch, erst um 21.09 Uhr, mit Umsteigen in Büchen. Na, wenn’s sein muss! Tolle Fahrt im RE, dann aber Durchsagen: „Aus technischen Gründen verzögert sich der ICE nach Berlin um 20 Minuten.“ Aha. Aus 20 werden 30 und dann 50 Minuten, in Büchen ist’s einsam und kalt. Aber ein griechisches Restaurant hat noch auf, alle Gestrandeten fallen ein und bekommen noch was zu trinken. Yammas! Gerne denke ich auch noch an mein Erlebnis im Gleisbett bei Ludwigslust. Die ICE-Lok gibt auf freier Strecke den Geist auf. Erst stundenlanges Warten, dann fährt ein Ersatzzug aufs Nebengleis. Alle müssen durch eine Tür über eine Mini-Nottreppe aus- und drüben einsteigen – mit Kinderwagen und Koffern. Ein großes Hallo! Christian Risch

Premierenfahrt: Am 15. Dezember 2008 wurde Lübeck nach Jahren auf dem Abstellgleis ans ICE-Netz angeschlossen. Die erste Direktfahrt nach München verlor allerdings rasch ihren Glanz. Der ICE 583 hatte schon in Hamburg 17 Minuten Verspätung. Der Zug hieß „Essen“, der am Vortag in Lübeck mit großem Bahnhof auf den Namen „Travemünde“ getaufte neue Neigezug fuhr anderswo herum. Am Ende erwies sich, dass die Verbindung nicht einmal die schnellste in die bayerische Landeshauptstadt war: Weil der angeblich so direkte ICE den Umweg über Augsburg nahm, wäre der Reporter bei einer späteren Verbindung mit Umstieg in Hamburg 18 Minuten schneller gewesen. Die Passagiere im Premierenzug waren trotzdem angetan: Ein Fan mit Bahncard 100 Erster Klasse fuhr gleich mit dem Gegenzug am Nachmittag wieder zurück in den Norden. Lars Fetköter Die XXL-Verspätung: Einmal nur bin ich, überzeugte Autofahrerin, in den Zug gestiegen. 930 Kilometer zum Skiurlaub ins Kleinwalsertal mit einem dreijährigen Kind, das haben wir uns mit dem Auto stressig vorgestellt. Die Bahn schien uns besser geeignet: Da können kleine Leute wenigstens etwas herumlaufen und auch besser schlafen als angeschnallt im Auto-Kindersitz.

Die Hinfahrt klappte wie am Schnürchen, die Rückfahrt war eine Katastrophe. Von Oberstdorf bis Augsburg kamen wir noch, dann war Schluss, der ICE kam einfach nicht. Erst zeigte die Infotafel 45 Minuten Verspätung an, dann 60 Minuten, dann 90 Minuten. Nach etwa zweieinhalb Stunden Wartezeit im zugigen Bahnhof und ohne Erklärung ging es weiter Richtung Heimat. Die Waggons waren schon in Augsburg überfüllt, die Platzkarten ungültig. Eine Baustelle am Hamburger Hauptbahnhof gab uns den Rest – erst ein Stück S-Bahn fahren, dann mit dem Bummelzug weiter Richtung Kiel. Gegen 22.30 Uhr haben wir uns in Neumünster abholen lassen. Mit dem Auto.Julia Paulat

Ab aufs Revier: Während meiner Zivi-Zeit Anfang der Neunziger war ich übers Wochenende in Berlin. Ein Kumpel und ich haben dort – weil’s umsonst war – im Tiergarten in Schlafsäcken übernachtet. Nach zwei Tagen ging es im ICE zurück. Ich sah ziemlich abgerockt aus, hatte dafür aber ein ordentliches dunkelblaues Sakko an. Diese Kombination muss das Misstrauen der Polizei erweckt haben. Als ich am Stuttgarter Hauptbahnhof den Zug verließ, wurde ich auf die Wache gebeten und gründlich nach Drogen durchsucht. Natürlich fanden die Beamten keine. Trotzdem waren sie weiterhin skeptisch, was meine Unschuld anging. „Wir sehen uns bestimmt wieder“, sagten sie drohend. Das haben wir selbstverständlich nicht. Christopher Steckkönig

Gestrandet vor dem Bahnhof: Man kriegt das als Bahnvielfahrer ja alles gar nicht mehr zusammen. Teilweise sammelten sich zu Hause mehr Gutscheine für verspätete, ausgefallene Züge als man sie hätte je einlösen können. Jede Fahrt ein Abenteuer, Hand drauf. Eine der lebhaftesten Erinnerungen: die geplante Reise zum 70. Geburtstag der Mutter. Zwar rollte der ICE in Hamburg pünktlich ein, er rollte, Überraschung, sogar pünktlich aus, ein paar Meter hinter dem Bahnhof aber stand er dann. Und stand. Und stand. 20 Minuten. 30 Minuten. 50 Minuten. Die Zeit rann, die Reisenden wurden zunehmend nervöser, die Durchsagen absurder, dann aber, Himmel, ein Lichtblick, setzte sich der ICE langsam, vorsichtig in Bewegung – zurück in den Bahnhof. Was passiert war? Keine Ahnung. Ich weiß nur, wie es ausgegangen ist. Neuer Gutschein. Traurige Mutter.Marion Hahnfeldt

Platzsuche: Mit einem reservierten Platz ist die Fahrt im ICE noch komfortabler. Meistens. München- Hauptbahnhof. Der ICE wird bereitgestellt. Laut Wagenstandsanzeiger sind unsere Plätze fast ganz vorne. Wir stellen uns an der entsprechenden Bahnsteig-Stelle auf. Doch leider sind am Zug die elektronischen Wagennummer-Anzeigen außer Betrieb. Wo müssen wir hin? Zum Glück sind es noch 20 Minuten bis zur Abfahrt. Dann gingen die Displays an. Und – Überraschung – wir waren genau am falschen Ende des Bahnsteigs. Also Koffer gegriffen und los. Uns kamen viele Menschen entgegen, denen es genauso ging. Am anderen Ende angekommen ging die Anzeige wieder aus. Und nun? Ein Bahn-Mitarbeiter war nicht in Sicht. Lautsprecher-Durchsage? Fehlanzeige. Kurze Zeit später leuchteten die Displays wieder auf. Und ungünstigerweise zeigten sie jetzt an, dass wir doch ans andere Ende zurück müssen. Dorthin, wo wir zuerst standen. Gerade noch rechtzeitig erreichten wir unsere Plätze, bevor die elektronische Anzeige endgültig erlosch. Kurz vor Nürnberg hatten dann alle Fahrgäste den richtigen Sitz gefunden.

Apropos Nürnberg. Diese Stadt steht für meine Lieblings-Durchsage im ICE: „Dieser Zug hat Verspätung, weil wir in Nürnberg Fahrgäste aufgenommen haben.“ Ach so ist das. Helge von Schwartz

 Matthias Wiemer

Voriger Artikel
Nächster Artikel
DAX
Chart
DAX 11.133,50 +1,34%
TecDAX 1.723,50 +0,30%
EUR/USD 1,0659 -0,91%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. BANK 17,94 +3,47%
BAYER 93,48 +3,42%
DT. TELEKOM 15,72 +2,67%
RWE ST 11,19 -4,53%
E.ON 6,40 -1,31%
MÜNCH. RÜCK 175,45 -1,13%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 165,03%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,00%
Polar Capital Fund AF 103,34%
Fidelity Funds Glo AF 92,98%

mehr

Städtewetter
Heute -° / -° -
- -°/-° -
- -°/-° -
Kommentar

Bissig, polemisch, kontrovers: Kommentare aus den LN.