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Weist Neuseeland Kim Dotcom aus?

Wellington Weist Neuseeland Kim Dotcom aus?

Internet-Unternehmer soll an die USA ausgeliefert werden – Der gebürtige Kieler wehrt sich dagegen vor Gericht.

Wellington. . Das Leben von Kim Dotcom lässt jeden Drehbuchschreiber einer Seifenoper vor Neid erblassen. Der umstrittene, aus Kiel stammende Internet-Unternehmer hatte scheinbar alles erreicht: Den rasanten Aufstieg zum Millionär, die Luxusvilla in seiner Wahlheimat Neuseeland, den Helikopter, die Partys. Doch dann kam der Fall: Ein Polizeieinsatz im Morgengrauen, die Handschellen klickten. Die Ehefrau verschwand eines Nachts. Und mittendrin war da noch eine Giraffenstatue namens Karl: „Meine Giraffe hat alles gesehen.

„Ihm fehlt nur

noch eine flauschige

weiße Katze zum Superschurken aus einem James-Bond-Film .“ „David Fisher, Buchautor

Partys. Bürgermeister in Hubschraubern. Razzia im Morgengrauen. Den Launch von Mega. Die Flucht der Prinzessin. Spielende Kinder. Tschüss Karl“ – so verabschiedete sich der 42-Jährige auf Twitter von seinem Luxusanwesen in Auckland.

Dotcom stammt aus Kiel und wurde unter seinem ursprünglichen Namen Kim Schmitz in der deutschen Hackerszene bekannt, bevor er ihn offiziell ändern ließ. Seine Tauschplattform Megaupload wurde 2012 nach FBI-Ermittlungen abgeschaltet. Über das Portal wurden laut Vorwürfen der US-Ankläger massenhaft illegale Kopien von Filmen und Musik verbreitet. Dotcom hatte den Ermittlern zufolge 2010 ein Einkommen von 48 Millionen Dollar. Ein neuseeländisches Gericht stimmte der Auslieferung in die USA zu, dort droht ihm eine langjährige Haftstrafe. In einer Anhörung will Dotcom morgen dagegen angehen. Er weist die Vorwürfe zurück. Er habe nur eine Plattform betrieben und keine Kontrolle darüber gehabt, was Nutzer speicherten. Zudem kündigte er einen Neustart von Megaupload für 2017 an.

Mit seiner neuen Partnerin lebt Dotcom jetzt in einem Penthouse im Hafenviertel von Auckland. Er nennt es „das Piratenschiff“. Für den Journalisten David Fisher, Autor des Buches „The Secret Life of Kim Dotcom“ (deutsch: „Das geheime Leben von Kim Dotcom“), hat die Dotcom-Saga Suchtfaktor: „Da ist Dotcom, der mehr Geld hat als Gott, mit einer wunderschönen Frau, die ihn verlässt, ersetzt durch eine Jura-Studentin, die halb so alt ist wie er. Und ein Haufen hübscher Kinder, die in diesem tollen Apartment leben.“ Ihn fasziniert der wuchtige, immer schwarz gekleidete Deutsche: „Ihm fehlt nur noch eine flauschige weiße Katze zum Superschurken aus einem James-Bond-Film.“ Die Neuseeländer seien indes der Dotcom-Show überdrüssig, sagt Fisher.

Dotcom rechnet damit, dass es noch Jahre dauern könnte, bis die Gerichte über seine Auslieferung entscheiden: „Ich werde niemals an das Land der korrupten Politiker und manipulierten Gerichte ausgeliefert werden“, twitterte er.

Cheryl Norrie

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