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Wirtschaft im Norden Welche Kommunikationsmöglichkeiten nutzen Sie?
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12:43 16.11.2016
Wir haben Lübecker Bürger gefragt: Welche technischen Kommunikationsmöglichkeiten nutzen sie? Quelle: Fotolia
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Lübeck

Wenn Cindy Pawlowski ihren Kinderwagen durch die Lübecker Innenstadt schiebt, greift sie häufig zu ihrem Smartphone, um eine Sprachnachricht aufzunehmen und per Kurzmitteilungsdienst WhatsApp an Freunde oder Familie zu verschicken. „Das geht viel schneller, als die Nachricht einzutippen“, sagt die 24-Jährige. Und telefonieren? Die Lübeckerin winkt ab. Sie habe zwar noch ein Festnetztelefon zu Hause, „aber das nutze ich kaum“, sagt Pawlowski. „Nur Ärzte rufen mich unter der Nummer noch an.“

Klicken Sie sich durch die Galerie, um die Antworten der Lübecker Bürger zu sehen.

Die Kommunikationsmöglichkeiten werden immer vielfältiger – allein schon durch das Smartphone. Über WhatsApp beispielsweise lassen sich Text- und Sprachnachrichten verschicken, normale Telefonate führen und jetzt auch Videoanrufe tätigen. In den kommenden Tagen soll die neue Funktion für alle Nutzer verfügbar sein, teilte WhatsApp in einem Blogeintrag mit. Facebook bietet über seinen Messenger bereits Videoanrufe an, Apple hat auf seinen Geräten den Dienst FaceTime installiert, und auch Apps wie Viber und Line bieten den Service an.

Zum Thema: Das sind die Alternativen zu Whatsapp

Die Folge: Immer weniger Menschen haben einen Festnetzanschluss, wie die Zahlen des Statistik-Portals „Statista“ zeigen. Während 2013 noch 62,5 Millionen Deutsche ab 14 Jahren über einen solchen Anschluss verfügten, waren es 2015 nur noch 60,8 Millionen. Die Zwillinge Johann und Benno haben zu Hause noch ein normales Telefon, und die Zehnjährigen benutzen es auch regelmäßig. „Wenn ich mich mit jemandem aus meiner Klasse verabreden will, rufe ich ihn über das Festnetz an“, sagt Johann. Seit Beginn dieses Schuljahres hat der Fünftklässler aber auch ein Handy. Das verwende er, „um Freunden über WhatsApp Nachrichten zu schreiben, die weiter weg wohnen“, berichtet der Lübecker. „Zum Beispiel, um sie zu fragen, wie es ihnen geht.“

Datenschützer sehen die Entwicklung kritisch. Lobenswert sei zwar, „dass WhatsApp die Kommunikation Ende-zu-Ende verschlüsselt“, sagt Schleswig-Holsteins Datenschutzbeauftragte Marit Hansen. „Das heißt, sowohl Textnachrichten als auch Sprach- und Videoanrufe liegen WhatsApp nicht im Klartext vor.“ WhatsApp sehe aber, wer mit wem wann kommuniziere. „Solche Informationen unterliegen in Deutschland dem Fernmeldegeheimnis“, erklärt Hansen. „Ein deutscher Anbieter dürfte sie daher nicht auswerten.“ Sie rät deshalb bei außereuropäischen Diensten zur Vorsicht. Heidrun Gesikiewicz ist gerade aus DatenschutzGründen zum Dienst Threema gewechselt. Allerdings nutzt die Lübeckerin ihn kaum. „Ich schreibe lieber Briefe“, sagt die 45-Jährige. „Über die Feder geht mehr Herz.“

 Janina Dietrich

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