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Wenig Betrieb: Jade-Weser-Port spült kein Geld in die Kasse

Wilhelmshaven Wenig Betrieb: Jade-Weser-Port spült kein Geld in die Kasse

Deutschlands einziger Tiefwasserhafen kommt nicht in Schwung.

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Bleibt Optimist: Eurogate-Chef Emanuel Schiffer.

Wilhelmshaven. Die Euphorie ist verflogen: Deutschlands einziger Tiefwasserhafen, der Jade-Weser-Port in Wilhelmshaven, macht ein Jahr nach der Eröffnung eher Sorgen statt Gewinn. Mit dem Prestigeprojekt wollen Bremen und Niedersachsen die größten Containerschiffe nach Wilhelmshaven holen. Doch noch schlagen die meisten dicken Pötte einen Bogen um den Superhafen.

Megafrachter mit einem Tiefgang bis zu 16,5 Metern sollen an der 1725 Meter langen Kaje anlegen und von acht der weltweit größten Containerbrücken unabhängig von den Gezeiten abgefertigt werden. Die Umschlagszahlen liegen jedoch weit hinter den Prognosen, und die Hafenarbeiter sind seit Monaten in Kurzarbeit. „Das Projekt liegt noch meilenweit hinter den Erwartungen zurück“, räumt auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) ein.

Frühere Negativ-Schlagzeilen wie Mehrkosten, Verzögerungen und Querelen um Bauschäden sind inzwischen in den Hintergrund gerückt. Doch der juristische Streit zwischen dem Terminalbetreiber Eurogate und dem Land Niedersachsen ist nicht vom Tisch. Dabei geht es unter anderem um die Höhe der Hafengebühren. Zudem drohen mögliche Regressforderungen, weil von Eurogate zugesagte Umschlagsmengen nicht eingehalten wurden. Im ersten Betriebsjahr sollten 700 000 Container (TEU) umgeschlagen werden — noch sind es nicht einmal 100 000.

„Dass wir dort keinen Gewinn machen, kann sich jeder vorstellen“, sagt Eurogate-Vorstand Emanuel Schiffer. Ein Finanzierungsproblem habe Eurogate jedoch nicht. Rund 400 Mitarbeiter beschäftigt das Logistikunternehmen in Wilhelmshaven. Dort ist noch bis März 2014 Kurzarbeit angesagt. „Das hilft uns auf der Kostenseite“, sagt Schiffer.

Für die Politik und die Schifffahrtsbranche ist unbestritten, dass Wilhelmshaven gebraucht wird, um Konkurrenzhäfen wie Rotterdam und Antwerpen Paroli zu bieten. Doch von boomenden Umschlagszahlen, wie sie nochvor zehn Jahren vorausberechnet wurden, ist bislang nicht viel geblieben.

„Wir sind technisch und personell optimal aufgestellt und müssen nur noch ein Problem lösen: Keine Ladung — keine Reeder. Wenn wir diesen Knoten aufbrechen, bleibe ich optimistisch“, sagt Wirtschaftsminister Lies. Er hofft zudem auf Zusagen der weltgrößten Containerreederei Maersk und will bei niedersächsischen Unternehmen Klinken putzen, um ihnen die Vorteile des Ports schmackhaft zu machen.

LN

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