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Weniger heizen durch mehr Information

Berlin Weniger heizen durch mehr Information

Modellprojekt soll Mietern helfen, durch monatliche Kontrolle ihre Kosten zu senken.

Berlin. Nicht jeder trägt zu Hause einen bayerischen Janker, wie der Chef der Deutschen Energie-Agentur (Dena), Stephan Kohler. Dennoch können die Mieter immer noch um die 15 Prozent Heizkosten einsparen, wenn sie sofort und unmittelbar über ihre Verbräuche informiert werden, ist Walter Schmidt von der Abrechnungsfirma Ista überzeugt. Zusammen mit der Dena, dem Mieterbund und dem Bundesbauministerium startete die Ista gestern ein Modellprojekt für ein besseres Energiedatenmanagement.

Zwar können die Mieter nicht in Echtzeit mit ansehen, wie ihre Euros durch die Heizrohre rauschen. Doch einmal im Monat sollen sie über ihre Verbräuche informiert werden, sagt Schmidt. Sie erhalten dann etwa eine Warnung, dass der Verbrauch um zehn Prozent über dem Vorjahresmonat lag oder sie können ihre Heizkosten mit denen ihrer Nachbarn vergleichen. Anders als in vielen osteuropäischen Ländern kommt bisher in Deutschland die Heizkostenabrechnung nur einmal im Jahr und lange nach der Heizperiode, was oft zu bösen Überraschungen führt. Das Modellprojekt startet in 200 Wohnungen bei drei Wohnungsgesellschaften in Berlin, Essen und München. Die Teilnahme sei freiwillig, betont Dena-Chef Kohler.

Der Mieterbund ist bei dem Projekt dabei, weil er die Nebenkosten als wesentlichen Treiber für die Wohnungskosten ansieht. Die Einsparungen müssten aber über den Ausgaben für häufigere Abrechnung liegen, mahnt Lukas Siebenkotten, Direktor des Deutschen Mieterbundes. Das Projekt kostet insgesamt 630 000 Euro und wird zum Großteil von der Ista finanziert. Auf den einzelnen Haushalt kommen schätzungsweise 15 Euro Mehrkosten pro Jahr zu — bei Einsparungen von 150 bis 180 Euro im Jahr.

Die Kontrolle der Heizkosten sei ein „kleines Mosaiksteinchen“ für die höhere Energieeinsparung auf dem Wohnungsmarkt, sagt Baustaatssekretär Rainer Bomba. Die Gebäudewirtschaft gilt als „schlafender Riese“ bei der Energiewende. Bislang sind noch 65 Prozent der Fassaden ungedämmt, 60 Prozent der Fenster sind undicht und 80 Prozent der Heizanlagen aus Energiesparsicht nicht auf dem neuesten Stand.

Erleichterte Abschreibungsmöglichkeiten scheiterten zuletzt im Bundesrat.

Wie Sie Heizkosten sparen
Die Zimmertemperatur sollte auch in wenig genutzten Räumen mindestens bei 16 Grad liegen, rät Heike Marcinek, Projektleiterin Energieeffiziente Gebäude bei der Dena. Zum Lüften die Fenster nur für kurze Zeit ganz öffnen. Wichtig sei es auch, dass der Thermostat richtig eingestellt ist. In der Nacht etwa könne die Temperatur gesenkt werden. Auch kleine Abdichtungen an den Fenstern könnten einiges bewirken.

Antje Schroeder

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