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Wirtschaft im Norden Werkbänke für die Arbeit mit gefährlichen Keimen
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20:17 30.07.2016
Thomas Hinrichs (l.) und Malte Schneider sind stolz auf die preisgekrönte Sicherheitswerkbank „Claire“.
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Elmshorn

Forscher, die mit den gefährlichsten Erregern umgehen müssen, setzen in Deutschland oft auf die Konstruktionen des Familienunternehmens Berner: „Das Tropeninstitut in Hamburg verwendet unsere Werkbänke ebenso wie das Friedrich-Loeffler-Institut für Tiergesundheit – darauf sind wir schon ein bisschen stolz, denn dieses Niveau ist die Königsklasse“, sagt Geschäftsführer und Mitinhaber Thomas Hinrichs (49), der mit Malte Schneider das 1982 gegründete Unternehmen führt.

Forscher und Mediziner benötigen besonders sichere Arbeitsplätze – Firma aus Elmshorn ist in der Branche erfolgreich.

„Das Tropeninstitut in Hamburg verwendet unsere Werkbänke.“Geschäftsführer und Mitinhaber

Thomas Hinrichs (49)

In großem Stil arbeiten vor allem Krankenhäuser und Apotheken mit den aufwendig gebauten Werkbänken: „Mit ihnen werden Zytostatika hergestellt, die bei der Chemotherapie gegen Krebserkrankungen eingesetzt werden“, erläutert Malte Schneider (40). „Sie müssen für jeden Patienten individuell zubereitet werden, doch bei ihrer Arbeit dürfen die Labormitarbeiter gefährliche Stoffe weder einatmen noch auf die Haut bekommen. Das gewährleisten wir mit unseren patentierten Techniken.“

Am Stammsitz in Elmshorn forschen die Entwickler ständig an neuen Lösungen, meist laufen vier bis fünf teilweise vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geförderte Forschungsprojekte gleichzeitig. „Wir nennen unsere Firmenphilosophie ,Innovation durch Forschung‘: In unserem Forschungslabor kümmern sich vier Spezialisten um eigene Projekte oder Kooperationen mit Hochschulen und Instituten“, berichtet der Ingenieur Hinrichs, der sein Know- how auch in Din-Normgremien oder Berufsverbänden einbringt. Bei der Forschung gehe es beispielsweise um die Optimierung von Partikelfiltern oder um die Frage, inwieweit die Bewegung von Menschen im Labor die wichtige Schutzfunktion von Sicherheitswerkbänken beeinträchtigt.

Gleich nebenan in der Fertigung setzen Monteure 500 Sicherheitswerkbänke pro Jahr genau nach Kundenwunsch zusammen. Einen Großteil der Teile liefern Firmen aus Norddeutschland zu, um den hohen Anspruch an die Produktqualität „Made in Germany“ zu gewährleisten, erklärt Schneider. „Dank kurzer Wege zu unseren Zulieferern können wir Optimierungen schneller umsetzen, als wenn Teile aus anderen Ländern angeliefert werden.“ Die Kunden seien schließlich bereit, für den „Mercedes“ der Branche angemessen mehr zu bezahlen. Lohn jahrzehntelanger Entwicklungsarbeit: „Sicherheitsbänke werden von Apothekern als ,Berner-Box‘ bezeichnet – wenn das kein schönes Lob ist“, sagt Betriebswirt Schneider. Die 85 Berner-Mitarbeiter freuten sich auch über die weltweit erste Design-Auszeichnung für eine Sicherheitswerkbank – den reddot German Design Award 2013 und German Design Award 2015.

Das Herzstück bei Berner bilden zwar die Sicherheitswerkbänke, doch weitere Standbeine sichern das stetige Wachstum des Mittelständlers: Dazu gehören die Fertigung und der weltweite Vertrieb von persönlicher Schutzausrüstung wie Pandemie-Sets, Schutzhandschuhen und -kleidung, die Herstellung von Isolatoren für Medizin und Forschung sowie der Service für Geräte und Reinräume sowie die Personalschulung.

Joachim Welding

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