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Wirtschaft im Norden Wetterkapriolen verderben Spargelbauern die Saison 2016
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17:29 21.06.2016
Die Spargelbauern sind unzufrieden mit der Saison - das Wetter hat Schuld. Quelle: Arne Dedert/dpa
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Rendsburg

Das launische Wetter hat Schleswig-Holsteins Spargelbauern in diesem Jahr die Ernte verdorben. Erst war es zu kalt, dann zu warm, wie Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer am Dienstag sagte. Schnee und Hagel bis Ende April brachten einen verspäteten Saisonbeginn und sorgten dafür, dass an den frühen Feiertagen wie 1. Mai, Christi Himmelfahrt und Muttertag noch nicht ausreichend Spargel verfügbar war. Das warme Sommerwetter im Juni beflügelte den Angaben zufolge dann eher die Grillsaison, so dass viele Betriebe einen unterdurchschnittlichen Absatz meldeten.

In Schleswig-Holstein produzieren rund 60 Betriebe auf 400 Hektar vorwiegend weißen Spargel. Sie ernteten insgesamt rund 1600 Tonnen Spargel; das entspricht etwa 32 Millionen Stangen.

Für die Spargelbauern sorgten laut Landwirtschaftskammer lediglich die bis zuletzt stabilen Preise leicht über Vorjahresniveau dafür, dass die geringeren Verkaufszahlen und die gestiegenen Personalkosten etwas kompensiert wurden. „Die erwartete Belebung zum Ende der Saison blieb vielerorts aus“, sagte Rixen. Einige Betriebe beendeten die Ernte in diesem Jahr bereits vor dem 24. Juni vorzeitig.

Spargel wird in Schleswig-Holstein erst seit einem halben Jahrhundert angebaut. Da Spargel Temperaturen um die zwölf Grad zum Wachsen braucht, wurde das edle Gemüse anfangs nur in den südöstlichen Landesteilen angebaut. Heute bewahren sogenannte Tunnelfolien die empfindlichen Pflanzen vor den Unbilden des rauen norddeutschen Klimas: Unter der Plastikhaube können bei Sonnenschein zum Teil mediterrane Temperaturen herrschen, so dass Spargelfelder bis hinauf zur dänischen Grenze zu finden sind.

Hauptanbaugebiete sind auch heute noch der sogenannte Speckgürtel von Hamburg, der südöstliche Landesteil zwischen Lübeck und Lauenburg und der Raum Neumünster. Spargel aus Schleswig-Holstein wird zu 90 Prozent direkt vermarktet.

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