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Wirtschaft im Norden Wettlauf um HSH Nordbank: Bieter erhöhen Angebote
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20:30 15.01.2018
Zentrale der HSH Nordbank in Kiel: In den Verkauf des Kreditinstitutes kommt Bewegung. Quelle: Foto: Carsten Rehder/dpa
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Kiel

Mehrere Finanzinvestoren hatten fristgerecht bis Anfang Januar ihre endgültigen Angebote für die frühere Landesbank eingereicht, das hatten Sprecher beider Länder vor einer Woche bestätigt. „Es zeichnet sich ab, dass der Verkauf gelingen kann“, hatte die Kieler Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) erklärt.

Heinold erleichtert

Finanzministerin Monika Heinold (Grüne) sieht für ihren Fachbereich Positives in den Sondierungs-Ergebnissen auf Bundesebene. Dass die Steuersenkungspläne den Landeshaushalt nicht so stark belasteten wie befürchtet und das Kooperationsverbot aufgeweicht werden soll, begrüßt die Ministerin. Gleichzeitig gebe es aber viele offene Fragen.

Jetzt meldete die Nachrichtenagentur Bloomberg, dass die US-Finanzinvestoren Cerberus und Flowers womöglich die besten Chancen hätten. Demnach hätten sie ihr gemeinsames Angebot auf mehr als 700 Millionen Euro erhöht. Zuvor lagen die Gebote etwa bei maximal 300 Millionen Euro. Auch der US-Finanzinvestor Apollo habe sein Angebot deutlich verbessert, berichteten Finanzkreise. Die Landesbank mit ihren mehr als 2000 Mitarbeitern entgeht damit höchstwahrscheinlich der Abwicklung. Gestern sollte der Aufsichtsrat entscheiden, mit wem man weiterverhandelt. Der dritte Bieter, ein britischer Fonds namens Socrates, hat wohl schlechtere Chancen.

Hamburg und Schleswig-Holstein müssen die HSH Nordbank bis zum 28. Februar verkauft haben. So hat es die EU-Kommission verlangt. Im Gegenzug genehmigte sie für eine Übergangszeit die Milliardenhilfen der beiden Länder für die HSH. Die Ex-Landesbank, einst weltgrößter Schiffsfinanzierer, war 2008 im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise und der anschließenden Schifffahrtskrise ins Straucheln geraten und musste von den Ländern unter anderem mit einer Garantiesumme von zehn Milliarden Euro gestützt werden.

Christopher Flowers, Gründer des gleichnamigen Fonds, war bereits 2006 mit 26 Prozent bei der Landesbank eingestiegen und hat daher ein Vorkaufsrecht. Flowers’ Anteil wurde durch die Stützung der Länder auf 5,1 Prozent verwässert. Im Laufe des jetzigen Bieterverfahrens tat sich Flowers mit Cerberus zusammen. Cerberus hält rund drei Prozent an der Deutschen Bank und fünf Prozent an der Commerzbank.

Wenn Ende Januar die Entscheidung für einen Bieter gefallen ist, soll mit ihm im Februar ein Vorvertrag in Form einer verbindlichen Absichtserklärung ausgearbeitet werden. Die endgültige Vertragsausgestaltung könnte ein halbes Jahr in Anspruch nehmen. Von der Höhe des Kaufpreises wird abhängen, wie viele Milliarden an Rettungskosten bei den Ländern hängenbleiben – und vom Steuerzahler bezahlt werden müssen.

LN

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