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Wirtschaft im Norden Wieder mehr Babys in Deutschland
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22:18 16.12.2015

Die Menschen in Deutschland bekommen endlich wieder mehr Kinder. Eine Frau im gebärfähigen Alter brachte 2014 statistisch gesehen 1,47 Kinder auf die Welt.

Damit stieg die Geburtenziffer (umgangssprachlich auch Geburtenrate genannt) zum dritten Mal in Folge und hat den höchsten Wert seit der Wiedervereinigung erreicht, berichtet das Statistische Bundesamt. „Das ist eine spannende Entwicklung, die eine Trendwende ankündigen könnte“, stellen Wissenschaftler des Bundesinstituts für Bevölkerungsforschung (BiB) fest. Als Gründe nennen Fachleute das Elterngeld, den Ausbau der Kinderbetreuung und den Bewusstseinswandel bei manchem Arbeitgeber. Karin Jurczyk vom Deutschen Jugendinstitut mahnt jedoch: „Bei allem Jubel schrumpft die Bevölkerung weiter.“

„Vorausberechnungen gehen zudem davon aus, dass sich ab 2020 der Rückgang wieder forciert, wenn es weniger Frauen im gebärfähigen Alter gibt“, sagt Jurczyk. Jürgen Dorbritz vom BiB stellt fest: „Auf die Bevölkerungsentwicklung haben 3000 oder 4000 Geburten mehr keinen Einfluss, schon gar nicht, wenn eine Million Flüchtlinge kommen.“ Rund 715 000 Babys erblickten im Jahr 2014 in Deutschland das Licht der Welt, mehr waren es zuletzt vor zwölf Jahren (719 000). Das durchschnittliche Alter der Mütter bei der Geburt stieg weiter. Die Mütter der Erstgeborenen waren 2014 im Schnitt 29,5 Jahre alt und damit gut zwei Monate älter als die Mütter bei der Geburt ihres ersten Kindes im Jahr davor. Sowohl Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit als auch Frauen mit ausländischem Pass brachten mehr Babys zur Welt. Die Geburtenziffer bei den deutschen Frauen kletterte innerhalb eines Jahres von 1,37 auf 1,42 — bei ausländischen Frauen legte sie von 1,80 auf 1,86 zu.

Wichtig für potenzielle Eltern seien verlässliche Rahmenbedingungen, sagt Karin Jurczyk. „Insofern könnten das Elterngeld und der Ausbau der Kinderbetreuung trotz etlicher Mängel ein Grund für den Anstieg bei den Geburten sein.“ Zur staatlichen Familienpolitik kämen aber auch die Arbeitgeber.

Wie wichtig Unterstützung für Eltern und gute Angebote der Kinderbetreuung seien, zeigten die Nachbarländer Dänemark und Belgien, sagt Sebastian Klüsener vom Max- Planck-Institut für demografische Forschung in Rostock: „Nur 100 Meter hinter der Grenze ist die Geburtenrate deutlich höher.“

LN

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