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Wiesenhof: Großbrand legt Betrieb in Schutt und Asche

Lohne Wiesenhof: Großbrand legt Betrieb in Schutt und Asche

Die Produktion in Lohne steht still — Einem Teil der 1200 Mitarbeiter wird gekündigt.

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Von dem Betrieb in Lohne ist nicht mehr viel übrig geblieben. Bagger ziehen Teile der zusammengebrochenen Blechverkleidungen auseinander. 60 Feuerwehrleute waren gestern für Nachlöscharbeiten am Brandort.

Quelle: Imago

Lohne. Einen Tag nach dem Großbrand beim Geflügelproduzenten Wiesenhof im niedersächsischen Lohne qualmt es noch immer. Ein beißender Geruch liegt über dem Firmengelände, von der Hitze verbogene Stahlträger ragen in den Himmel. Bagger ziehen Teile der zusammengebrochenen Blechverkleidungen auseinander. Der Mitteltrakt der beiden miteinander verbundenen Hallen besteht nur noch aus Trümmern: Er ist zusammengebrochen.

Für die Beschäftigten hat der Brand gravierende Konsequenzen: Ein Teil der 1200 Mitarbeiter wird die Kündigung erhalten. Für die betroffenen Beschäftigten werde ein Sozialplan erstellt, teilte Wiesenhof nach einer Mitarbeiterversammlung mit. Die Produktion steht still. Das Großfeuer hat zwei Hallen vollständig zerstört und einen geschätzten zweistelligen Millionenschaden verursacht. Die Geschäftsleitung werde alles tun, um so schnell wie möglich den Betrieb in Lohne zumindest teilweise wiederaufnehmen zu können, sagte eine Sprecherin. Planungen für den Wiederaufbau sollten bereits in den kommenden Tagen anlaufen. Beschäftigt sind in Lohne 750 Festangestellte und 450 Leiharbeiter und Werksvertragsbeschäftigte.

Zwei Menschen waren bei dem Feuer leicht verletzt worden. Ein Mitarbeiter von Wiesenhof und ein Angehöriger der Rettungskräfte mussten zur Behandlung in ein Krankenhaus. 400 Einsatzkräfte und ein Polizeihubschrauber waren vor Ort. Nach Angaben von Wiesenhof hielten sich bei Ausbruch des Feuers nur wenige Mitarbeiter in dem Betrieb auf, alle wurden rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Produziert wurde am Ostermontag in Lohne nicht.

Das Firmengelände befindet sich in direkter Nähe zu einem Wohngebiet. Anwohner hatten den Rauch bemerkt. Außerdem löste eine Brandmeldeanlage Alarm aus. Bereits am Sonnabend war es bei dem Geflügelproduzenten zu einem Zwischenfall gekommen. In einer Produktionshalle war Ammoniakalarm ausgelöst worden. Die Halle wurde geräumt. Verletzt wurde niemand.

Immer wieder kommen am Tag nach dem Brand Schaulustige vorbei. „Wahnsinn“, sagt ein Lohner, der durch den Zaun auf den dunklen, stinkenden Schlund einer verkohlten Halle blickt. Der Brand ist Tagesthema im Ort, in dem Wiesenhof zu den größten Arbeitgebern zählt. „Das ist ein großer Schock für die Stadt Lohne“, sagt Bürgermeister Tobias Gerdesmeyer (CDU). Täglich wurden in Lohne bis zu 370000 Hähnchen geschlachtet. Die Schlachttiere würden jetzt zu anderen Standorten umgeleitet, teilte Wiesenhof mit. Eine Ursache des Brandes ist noch offen. Brandermittler haben gestern den Komplex in Augenschein genommen. „Ergebnisse wird es aber erst in Monaten geben“, sagte eine Polizeisprecherin.

Hans Peter Goldnick, Vorsitzender des Geflügelwirtschaftsverbandes Schleswig-Holstein, erwartet durch den Wegfall des Schlachtbetriebes in Lohne zunächst keine größeren Auswirkungen für die Geflügelmäster im Norden. Zwar würden 30 der 60 Betriebe im Land an Wiesenhof liefern. „Es gibt aber genügend Schlachtkapazitäten, um das zu kompensieren“, sagt Goldnick. Allenfalls werde es Verzögerungen von wenigen Tagen geben.

Standorte bundesweit

2,38 Milliarden Umsatz hat die PHW-Gruppe, zu der Wiesenhof gehört, im Geschäftsjahr 2014/2015 gemacht. Neben zwei Betrieben in Lohne hat Wiesenhof neun weitere Verarbeitungsbetriebe in Deutschland — in Bogen (Bayern), Dannenberg, Wildeshausen, Holte (alle Niedersachsen), Grimme, Zerbst, Möckern (alle Sachsen-Anhalt), Niederlehme (Brandenburg) und Rietberg (Nordrhein-Westfalen). Außerdem gibt es noch zwei Logistik-Zentren in Mannheim (Baden-Württemberg) und Hadamar (Hessen).

LN

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