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Wir halten die Stellung im Büro

Lübeck Wir halten die Stellung im Büro

Zwischen den Feiertagen ist in den meisten Firmen weniger los. Einige Mitarbeiter sind jedoch da, damit der Betrieb weiterläuft.

Zülfikar Akbal (55) berät Ursula Pries (84). Im Kundencenter der AOK Nordwest in Lübeck gibt es auch zwischen den Tagen viel zu tun.

Quelle: Rössler

Lübeck. Die Bildschirme der Computer sind schwarz, die Schreibtische aufgeräumt, die Stühle leer — und auch das Licht ist ausgeschaltet. Sebastian Schmidt blickt in das verlassene Büro seiner Kollegen. Der 22-Jährige arbeitet im Prozessmanagement der Sparkasse zu Lübeck und ist einer derjenigen, die zwischen Weihnachten und Neujahr die Stellung halten. Jeder Dritte der 480 Mitarbeiter hat in dieser Woche Urlaub, in seiner Abteilung fehlen vier von neun Personen, ein ganzes Büro ist leer.

„Wir haben eine Notbesetzung, weil bei uns zwischen den Tagen nicht so viel passiert“, sagt Schmidt, der dafür zuständig ist, Prozessabläufe bei den Mitarbeitern in den Geschäftsstellen zu verbessern. Das Telefon klingele zurzeit seltener, und es kämen weniger E-Mails herein. Und das, obwohl seine Kollegen und er zusätzlich noch die abwesenden Mitarbeiter vertreten müssen. „Ich komme jetzt dazu, Dinge zu erledigen, die ich im normalen Trubel nicht schaffe“, sagt der Neustädter. So habe er Zeit, sich auf 2016 und anstehende Projekte vorzubereiten und Besprechungen nachzuarbeiten.

Zudem führt Sebastian Schmidt momentan als Stellvertreter den Betriebsrat, weil der Vorsitzende frei hat. Eigentlich tagt das Gremium einmal im Monat, aber die Dezember-Sitzung habe abgesagt werden müssen, da zu viele Mitglieder im Urlaub seien. „Aber wir haben eine Vereinbarung getroffen, dass personelle Veränderungen wie Einstellungen und Versetzungen, die zustimmungspflichtig sind, in dieser Zeit nicht vorgenommen werden“, sagt der 22-Jährige.

Er empfinde es „nicht als sonderlich schlimm“, zwischen Weihnachten und Neujahr arbeiten zu müssen. Im Gegenteil: „In dieser Zeit ist die Atmosphäre in den Büros noch schöner als sonst, alles ist harmonischer.“ Seine Kollegen und er haben es sich extra gemütlich gemacht. Auf einem Tisch steht eine große Auswahl an Marzipan, Schokolade und Stollen — Weihnachtsgeschenke aus anderen Abteilungen.

Auch die Mitarbeiter der AOK Nordwest, die nach den Feiertagen in der Geschäftsstelle in Lübeck im Einsatz sind, machen sich die Arbeit besonders angenehm. „Wir frühstücken in dieser Woche jeden Morgen zusammen, bevor wir unser Kundencenter öffnen“, berichtet Kundenberater Zülfikar Akbal. Gestern hat jeder Mitarbeiter dafür etwas von zu Hause mitgebracht, für heute wurden belegte Brötchen beim Bäcker bestellt. Montag gab es mittags Berliner.

„Es macht mir nichts aus, arbeiten zu müssen“, sagt Akbal. „Die meisten Kunden sind noch in Weihnachtsstimmung und gut drauf.“ Zudem seien sie in dieser Zeit sehr gesprächsfreudig, viele erzählten ihm, was sie an den Festtagen mit ihren Familien erlebt hätten. „Der Kontakt ist persönlicher als sonst“, sagt der 55-Jährige.

In den Abteilungen, die mit Kunden zu tun haben, müssten 50 bis 60 Prozent der Belegschaft arbeiten, berichtet Niederlassungsleiter Torsten Flocken. Dazu zählt unter anderem die Kundenberatung.

Insgesamt seien am Standort Lübeck etwa 80 der 170 Mitarbeiter anwesend. Denn gerade nach Weihnachten hätten viele Menschen Beratungsbedarf. „Sie wollen noch schnell etwas vor Jahresende erledigt haben, zum Beispiel sich Mehrleistungen erstatten lassen oder Fragen zum individuellen Zusatzbeitrag beantwortet bekommen“, sagt Zülfikar Akbal. Im Team sei entschieden worden, wer nach Weihnachten frei machen darf. „Das war ganz unproblematisch“, sagt er. Wer kleine Kinder habe, bleibe zu Hause. Und wer, wie er, Vater von erwachsenen Kindern sei, komme zur Arbeit.

„Wir regeln es in unserer Abteilung so, dass jeder mal frei hat“, sagt seine Kollegin Jeannette Rohlf, die als Krankengeldfallmanagerin arbeitet. Die 26-Jährige selbst muss sich noch etwas gedulden, bis sie an der Reihe ist, denn auch im kommenden Jahr wird sie zwischen den Tagen arbeiten müssen. „Aber für 2017 habe ich Urlaub angemeldet.“

 

Janina Dietrich

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