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Wird der Berliner Flughafen noch teurer?

Berlin Wird der Berliner Flughafen noch teurer?

Experten schätzen Kosten auf mehr als fünf Milliarden Euro. Eröffnungstermin soll Anfang 2014 feststehen.

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Rainer Bomba, Verkehrs-Staatssekretär und Mitglied im Flughafen-Aufsichtsrat, musste gestern viele Fragen beantworten.

Quelle: dpa

Berlin. Den Eröffnungstermin und die Mehrkosten des neuen Hauptstadtflughafens will der Aufsichtsrat spätestens Anfang kommenden Jahres bekanntgeben. Das kündigte Verkehrsstaatssekretär Rainer Bomba (CDU) gestern an. Nach einem Bericht der „Bild“ wird das Milliardenprojekt noch einmal um 1,1 Milliarden Euro teurer. Das Blatt beruft sich auf Berechnungen eines Projektsteuerers. Weder Flughafengesellschaft noch Mitglieder des Aufsichtsrates bestätigten die Summe.

Experten aus dem Umfeld des Projekts halten die genannte Größenordnung durchaus für realistisch. Sie geben zu bedenken, dass die bisher offiziell genannte Kostensumme von 4,3 Milliarden Euro für den Fall galt, dass der Flughafen am 27. Oktober 2013 öffnet. Dieser Termin wurde wegen großer Probleme mit dem Brandschutz im Januar abgesagt. Wann die Baumängel behoben sind und der Flughafen an den Start gehen kann, ist noch unklar.

„Wir können in keinster Weise sagen, wie viel Mehrkosten wir momentan haben“, sagte Bomba vor einer Sitzung des Flughafen-Untersuchungsausschusses im Berliner Abgeordnetenhaus. „Die von der Bild-Zeitung vermeldeten Mehrkosten von 1,1 Milliarden Euro sind reine Spekulation. Das ist Nebelstocherei“, betonte der Staatssekretär des Bundes, der im Flughafen-Aufsichtsrat sitzt.

Die Geschäftsleitung werde bis zur nächsten Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember klare Zahlen sammeln, „und anhand dieser Zahlen werden wir, denke ich, noch dieses Jahr oder Anfang nächsten Jahres an die Öffentlichkeit gehen und klar sagen: Dann wird der Flughafen fertig, und das kostet es mehr“, fügte Bomba hinzu. Der neue Flughafen in Schönefeld wird aus Sicht des Bundes in den ersten Jahren nach dem Start Verluste verursachen. „Aufgrund meiner bisherigen Kenntnisse gehe ich davon aus, dass der Flughafen in den 20er Jahren in die Gewinnzone gelangt“, sagte Bomba.

Er korrigierte zugleich Angaben des Flughafenchefs Hartmut Mehdorn über die monatlichen Kosten für die verzögerte Eröffnung nach unten. Mehdorn hatte sie auf 35 Millionen Euro beziffert, dabei aber auch entgangene Gebühreneinnahmen am Neubau eingerechnet. Das sei ein Fehler, der für „bilanztechnisches Chaos“ sorge, sagte Bomba. Die Verzögerungskosten seien deshalb um 17 Millionen Euro niedriger anzusetzen.

Der Brandenburger Flughafenkoordinator Rainer Bretschneider (SPD) sagte zu der angeblichen Kostenprognose des Projektsteuerers WSP/CBP: „Ich kenne diese Unterlagen nicht.“ Die Geschäftsführung solle bei der Aufsichtsratssitzung am 13. Dezember „belastungsfähige Zahlen“ zu Kosten vorlegen, sagte der Aufsichtsrat.

Bomba stellte klar, dass der Kostenrahmen von 4,3 Milliarden Euro noch längst nicht ausgeschöpft sei. Flughafensprecher Ralf Kunkel sagte: „Es gibt keinen neuen Erkenntnisstand. Wir kommentieren die Berichterstattung nicht.“

Bei Baubeginn 2006 waren die Betreiber von Baukosten in Höhe von zwei Milliarden Euro ausgegangen. Ein Teil der Mehrkosten geht darauf zurück, dass das Terminal anschließend umgeplant und deutlich vergrößert wurde. Für den Lärmschutz war nur ein Bruchteil der erforderlichen Summe eingeplant. Die Architekten beklagten zudem viele Detailänderungen.

Erst vor einer Woche gab es einen Polizeieinsatz im Büro des Flughafen-Architekten Meinhard von Gerkan. Der wehrte sich daraufhin vehement gegen den Vorwurf der Täuschung. Unhaltbar sei auch die Anschuldigung, man habe ein Beweismittel nachträglich geändert. Der Untersuchungsausschuss des Berliner Abgeordnetenhauses hatte mit Polizeihilfe ein Dokument bei Gerkan sichergestellt, in dem die Parlamentarier Hinweise vermuten, dass es am Eröffnungstermin für den neuen Hauptstadtflughafen im Juni 2012 früh Zweifel gegeben habe.

Die Architekten hätten den Ausschuss mehrfach über Zustand und Verbleib des Schriftstücks getäuscht, hieß es.

Idee ist über 20 Jahre alt
Schon kurz nach dem Mauerfall im November 1989 entstand die Idee für einen einzigen Berliner Großflughafen, der die Airports in Tegel, Tempelhof und Schönefeld ersetzen sollte. Im Mai 1996 einigten sich Berlin, Brandenburg und der Bund darauf, dass der Hauptstadtflughafen neben dem derzeitigen Flughafen Schönefeld südöstlich von Berlin gebaut wird.

Im August 2004 erteilte die Landesregierung in Potsdam den Planfeststellungsbeschluss. Im Mai 2012, nur knapp einen Monat vor der geplanten Eröffnung, wurde der Termin verschoben.

LN

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