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20:15 19.11.2016

. Im Wahlkampf hatte sich Donald Trump für eine stärkere wirtschaftliche Abschottung der USA ausgesprochen. Die Ablehnung von Freihandelsabkommen war eine seiner zentralen Botschaften. Nach seiner Wahl zum US-Präsidenten herrscht deshalb Verunsicherung – auch in der schleswig- holsteinischen Wirtschaft. Für die Handels- und Sicherheitspartner der USA werde es in jedem Fall ungemütlicher, sagt Uli Wachholtz, Präsident der Unternehmensverbände Nord. „Trump wird seinen Worten Taten folgen lassen, wenn auch nicht eins zu eins.“

„Wir sind besorgt über die restriktiven Äußerungen Trumps zum Freihandel.“ Werner Koopmann, IHK

„Trump wird seinen Worten Taten folgen lassen, wenn auch nicht eins zu eins.“ Uli Wachholtz, UV Nord

„ Wir hoffen, dass es in den USA in Zukunft keine Einfuhrzölle geben wird.“ Robert Focke, Baader Maschinenbau

Nach Angaben des Statistikamtes Nord sind die USA hinter Dänemark der zweitwichtigste Exportabnehmer Schleswig-Holsteins. 2015 betrug das Exportvolumen demnach 1,45 Milliarden Euro – ein Plus von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In diesem Jahr exportierte Schleswig-Holstein bisher laut Industrie- und Handelskammer (IHK) Waren im Wert von etwa 1,35 Milliarden Euro in die Vereinigten Staaten, darunter Produkte der Pharmazie, Chemie, Medizintechnik und des Maschinenbaus.

Doch wie wird es nach dem Präsidentenwechsel am 20. Januar 2017 weitergehen? „Selbstverständlich sind wir besorgt über die restriktiven Äußerungen von Trump zum Freihandel“, sagt Werner Koopmann, Leiter des Geschäftsbereichs Internationales bei der IHK Schleswig-Holstein. „Wir setzen darauf, dass er, sein Kabinett und sein Beraterstab die positiven Wirkungen freien Handels auch für die US-Bürger und die US-Unternehmen schnell erkennen.“ Aktuell spüre die IHK aber noch keine direkten Auswirkungen durch die Wahl.

„Im Moment machen wir uns noch keine Sorgen“, sagt auch Lutz Nehls, Leiter der Unternehmenskommunikation bei der Lübecker Possehl-Gruppe. Im Gegenteil: „Kurzfristig profitieren wir sogar von der Wahl, weil der US-Dollar stärker geworden ist – und das erhöht unsere Wettbewerbsfähigkeit auf dem dortigen Markt.“ Wie sich das Ganze mittel- oder langfristig entwickele, könne er noch nicht abschätzen. Fest stehe, dass die USA ein wichtiger Markt für die Possehl-Gruppe sei. „Mit Trump haben die Amerikaner aber einen Unternehmer gewählt“, sagt Nehls. „Warum sollte das schlecht für die Unternehmen sein?“

Auch für Baader Maschinenbau haben die USA eine „relativ hohe Bedeutung“, sagt Geschäftsführer Robert Focke. „Sowohl im Fisch-, als auch im Geflügelbereich.“ Das Lübecker Unternehmen versucht, positiv zu denken. „Wir hoffen, dass es keine Einfuhrzölle geben wird, um den amerikanischen Markt zu schützen“, sagt Focke. Denn solche Sanktionen hätten für Baader natürlich Nachteile – auch wenn der Effekt bei ihnen wohl nicht ganz so stark zu spüren wäre wie bei anderen Firmen. „Wir haben eine eigene Produktion in den USA, dafür fallen keine Einfuhrzölle an“, erklärt Focke.

Wichtig sind die USA auch für Dräger. „Die USA sind nach Europa unser zweitgrößter Markt“, sagt Unternehmenssprecherin Melanie Kamann. „Der gesamte Kontinent Amerika macht etwa 20 Prozent unseres Umsatzes aus.“ Konkrete Prognosen zu den wirtschaftlichen Auswirkungen der Trump-Wahl will sie noch nicht treffen. „Wir müssen abwarten, wie es sich entwickelt.“

Janina Dietrich

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