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Wirtschaft im Norden Wismar will Kreuzfahrtschiffe anlocken
Nachrichten Wirtschaft Wirtschaft im Norden Wismar will Kreuzfahrtschiffe anlocken
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22:10 28.06.2013
Kiel

Wismar will Mecklenburg-Vorpommerns dritter größerer Kreuzfahrthafen werden: Die Seehafen Wismar GmbH geht davon aus, dass bis zu 30 Luxusliner pro Jahr die Hansestadt anlaufen könnten. Ein bestehender Liegeplatz im Alten Hafen soll dafür ausgebaut werden. Dafür hat die Bürgerschaft am Donnerstagabend grünes Licht gegeben.

Für 2014 sind laut Seehafen-Geschäftsführer Michael Kremp 15 Schiffsanläufe geplant. In diesem Jahr kommen drei Kreuzfahrer nach Wismar, darunter am 10. August das ZDF-Traumschiff „MS Deutschland“. Drei Millionen Euro soll der Umbau des Terminals kosten, 40 000 Passagiere sollen jährlich kommen. Die Stadt setzt auf Fördermittel: Mindestens 60 Prozent der Summe soll das Land zuschießen.„Alles, was dazu beiträgt, die Gästedestination Mecklenburg-Vorpommern zu stärken, lohnt sich zu diskutieren“, hieß es dazu gestern im Schweriner Wirtschaftsministerium. Ob und in welcher Höhe Fördermittel zur Verfügung stehen, kann laut Verkehrsministerium erst entschieden werden, nachdem ein Antrag beim Landesförderinstitut eingereicht sei.

Während Wismar sich als Konkurrent um die Anläufe der Ozeanriesen in Stellung bringt, will sich Rostock ebenfalls weiter profilieren. Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) schwebt zum 800.

Stadtjubiläum 2018 ein 30 Millionen Euro teurer „Aida-Hafen“ mit mehr Platz und Service vor — finanziert ebenfalls fast ausschließlich aus Steuermitteln.

Analysen bestätigten, dass „im Kreuzfahrtmarkt noch Musik drin ist“, sagt Tobias Woitendorf vom Landes-Tourismusverband. Er begrüßt, dass sich weitere Städte das Geschäftsfeld erschließen. Denn Kreuzfahrtschiffe seien auch eine Attraktion für Landurlauber. Es müsse jedoch geprüft werden, „ob sich eine teure Infrastruktur wirklich lohnt“, meint Woitendorf. Rostock ist mit 198

Kreuzfahrer-Ankünften in diesem Jahr Nummer eins im Land. „Wir verlieren vielleicht einige Anläufe an Wismar“, sagt Christian Hardt, Leiter Kreuzfahrtschifffahrt bei der Seehafengesellschaft Hero. Er widerspricht jedoch Aussagen, wonach Rostock Wismar als Ausweichhafen brauche. Rostocks Infrastruktur könnte jederzeit ausgebaut werden.

Neben Rostock und Wismar möchten auch die Häfen von Sassnitz auf Rügen und Stralsund im Kreuzfahrtgeschäft stärker mitmischen. Die Insulaner können 2013 elf Anläufe verbuchen. Stralsund freut sich vor allem über Besuche von Fluss-Kreuzfahrtschiffen, begrüßte im Mai aber auch ein norwegisches Hurtigrouten-Schiff.

Wachsender Markt

1,5 Millionen Deutsche haben 2012 eine Kreuzfahrt gebucht. Das sind elf Prozent mehr als im Vorjahr. Damit ist Deutschland nach Großbritannien (1,7 Millionen) der zweitgrößte Markt für Kreuzfahrten in Europa.


Kiel war 2012 der führende deutsche Start- und Zielhafen von Kreuzfahrten. Insgesamt 138 Mal wurde Schleswig-Holsteins Landeshauptstadt von 26 Kreuzfahrtschiffen angelaufen. Ab diesem Sommer können auch große Kreuzfahrtschiffe mit bis zu 4000 Passagieren an einem neuen Terminal anlegen.

Holtenauer Schleusen müssen repariert werden
Dem Nord-Ostsee-Kanal droht erneut ein Engpass: Von Mitte August bis zum November sollen nacheinander die beiden großen Schleusen in Kiel-Holtenau außer Betrieb genommen werden. Die 80 Meter langen Schienen an den Schiebetoren müssen ausgetauscht werden. Erst im März war der Kanal wegen defekter Schleusen in Brunsbüttel für große Schiffe gesperrt gewesen. Das zeigt sich in der Verkehrsstatistik: 10 200 Schiffe haben in den ersten fünf Monaten den Kanal durchfahren — 1000 weniger als im Vorjahr. Foto: dpa

Elke Ehlers und Haike Werfel

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