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Wohin klettern die Heizölpreise?

Lübeck Wohin klettern die Heizölpreise?

„Heizöl dieses Jahr 18 Prozent teurer“, schreckte gestern eine Zeitung ihre Leser auf und zitiert Oliver Klapschus vom Portal Heizoel24: „Das bisherige Heizöljahr war im Schnitt 18 Prozent teurer als der Vergleichszeitraum 2016.“ Ob der Preistrend anhält, ist aber nicht vorhersagbar.

Lübeck. Vergleicht man die Entwicklung nur in diesem Jahr, weisen die Statistiken Ende Oktober einen etwas niedrigeren Preis aus als zum Jahresanfang. Da lag der Preis noch bei 60,70 Euro für 100 Liter Heizöl – im Oktober waren es 58,30 Euro. Wie es weitergeht, hängt von vielerlei Faktoren ab. „Bei börsennotierten Produkten weiß das kein Mensch“, sagt Ole Boie von Lübecks gleichnamigem großen Heizölhandler. Jede Prognose wäre „unseriös“, meint der 52-Jährige, wobei es stets kurz vor dem Winter anziehende Preise gibt, weil die Nachfrage grundsätzlich anzieht.

 

LN-Bild

Der 48-jährige Guido Glawe ist Tankwagenfahrer bei der Lübecker Firma Boie.

Quelle: Foto: Lutz Roessler

Es hängt aber auch am Bauchgefühl der Trader an den Ölbörsen. Derzeit gehen die davon aus, dass die Organisation erdölexportierender Länder (Opec) Ende November die vereinbarten laufenden Fördergrenzen verlängern wird. Opec-Schwergewicht Saudi-Arabien freut sich, dass sich durch die Förderbegrenzung „die Überstände auf dem Weltmarkt um fast die Hälfte reduziert“ hätten, so Ölminister Al-Falih – man wolle da nicht auf halbem Weg aussteigen.

Andererseits hat sich der Abbau des „Überhangs“ zuletzt wieder verlangsamt. Wenn er laut Opec-Generalsekretär Barkindo seit Jahresbeginn von 320 Millionen Barrel auf im September noch 160 Millionen Barrel sank, hat er sich zwar halbiert, wie Al-Falih sagt. Doch der Abbau der zweiten Hälfte wird laut Commerzbank viel schwieriger. Denn: „Eine Verlängerung der Opec-Produktionskürzungen bis Ende 2018 würde dazu nicht ausreichen, die Kürzungen müssten noch vertieft werden.“

Dass die Ölpreise zuletzt anzogen, dürfte auch an den Unwettern in den USA gelegen haben – und am eskalierenden Kurdenkonflikt. Der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten Ölhändlers Vitol, Ian Taylor, erwartet jedenfalls längerfristig ein deutliches Absacken des Ölpreises auf durchschnittlich etwa 45 Dollar pro Barrel, so das Branchenportal oilprice.com. Nicht zuletzt, weil die USA durch mehr Fracking ihr Angebot ausweiten. Allerdings können die Fracker den Preis kaum tiefer drücken – unter 50 Dollar setzen sie zu. Einen Rat, ob und wann man am besten Heizöl bunkern sollte, mögen Ölhändler angesichts all dieser Unklarheit nicht geben. Außer: Die Tanks aufzufüllen, könne ja nicht schaden, so Ölhändler Boie.

mw

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