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Wirtschaft im Norden Wollen Asiaten die Nordic-Werften übernehmen?
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21:16 12.02.2016
Übernahme-Kandidat? Die Nordic-Werft in Warnemünde zur Dämmerstunde. Quelle: Norbert Fellechner
Paukenschlag in der deutschen Werften-Industrie: Der Schiffbau-Gigant Genting/Star Cruises aus Malaysia greift nach den Standorten von Nordic Yards in Warnemünde, Wismar und Stralsund. Nach LN-Informationen soll bereits Mitte kommender Woche eine Entscheidung über eine Übernahme fallen. Genting und Nordic Yards wollen sich dazu noch nicht äußern. Allerdings wurden bereits neue Firmen für Warnemünde, Stralsund und Wismar gegründet.

„Wir wussten es nicht.“

Betriebsrätin Ines Scheel,

Nordic Yards

Genting hat zu Jahresbeginn die Lloyd-Werft in Bremerhaven zu 100 Prozent übernommen. In Branchenkreisen ist nun von einem riesigen Werftenverbund an Ost- und Nordsee die Rede. Für die 1400 Beschäftigten in Mecklenburg-Vorpommern könnte dies eine sehr gute Nachricht sein. Denn neue Aufträge hat Nordic selbst bislang nicht. Genting dagegen plant, allein in Bremerhaven vier große Kreuzfahrtschiffe und vier Flusskreuzfahrtschiffe bauen zu lassen. Die Werften in Mecklenburg-Vorpommern könnten als verlängerte Werkbank dienen.

Und die Fakten sprechen Experten zufolge eine klare Sprache: Ende Januar, Anfang Februar gründete der asiatische Konzern diverse Firmen — darunter die „Star Cruises Wismar Operations GmbH“ und die „Star Cruises Wismar Property GmbH“, analog geschah dies in Warnemünde und Stralsund. All diese Gesellschaften sind eingetragen im Handelsregister Bremen. Als Geschäftsführer wird jeweils Joachim Hagemann, Aufsichtsratsvorsitzender der Lloyd-Werft in Bremerhaven, genannt. Unternehmenszweck sei „der Betrieb von einer oder mehrerer Werften . . . insbesondere für den Schiffsbau, den Schiffsumbau, die Schiffsreparatur.“ Alles deutet auf eine Übernahme der Werften hin.

Genting wollte sich gestern nicht äußern. „Wir geben hierzu keinen Kommentar“, sagt Britta Möller, Sprecherin der Lloyd-Werft in Bremerhaven. Auch Nordic Yards hält sich bedeckt: Das Unternehmen will die Informationen „weder bestätigen noch kommentieren“, so Sprecher Stefan Sprunk. Die Werft-Mitarbeiter selbst sind überrascht. „Wir wussten es nicht“, sagt Betriebsrätin Ines Scheel.

Nordic Yards gilt als schwer angeschlagen. Seit Monaten wird über Personalabbau und Umstrukturierung an den Standorten Wismar, Warnemünde und Stralsund spekuliert. Von 500 Stellen weniger war im Sommer die Rede. Um frisches Geld zu erhalten, verkaufte das Unternehmen Grundstücke und mietete sich wieder ein. Nachdem erhoffte Aufträge im Offshore-Windkraftbereich ausblieben, suchte das Unternehmen mit dem neuen Geschäftsführer Herbert Aly andere Wege — etwa für eisgängige Kreuzfahrtschiffe. Erst vor wenigen Tagen sprach Aly von einer „Absichtserklärung“ einer Reederei für zwei Schiffe; bislang ohne Abschluss. Auch hohe Millionen-Bürgschaften des Landes waren im Gespräch, die nötig wären, um Nordic-Aufträge abzusichern. Solche Anfragen erreichten die Landesregierung bisher allerdings offiziell nicht.

Frank Pubantz

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