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Zika-Virus: Euroimmun entwickelt neues Testverfahren

Lübeck Zika-Virus: Euroimmun entwickelt neues Testverfahren

Das Lübecker Unternehmen Euroimmun hat zwei Testverfahren entwickelt, mit denen sich das Zika-Virus nachweisen lässt. Sie ermitteln anhand einer Blutprobe, ob der Patient Antikörper gegen die Krankheit gebildet hat.

Euroimmun-Mitarbeiter Erik Lattwein (39) untersucht eine Testprobe des Zika-Virus unter dem Mikroskop.

Quelle: Ulf-Kersten Neelsen

Lübeck. Auf diese Weise werden nicht nur akute Infektionen aufgedeckt, sondern auch bereits überstandene Erkrankungen. Letzteres könnte dabei helfen, die Frage zu klären, ob das Virus wirklich die Ursache für Schädelfehlbildungen und Hirnschäden bei Neugeborenen ist. Denn bisher ist ein Zusammenhang noch nicht eindeutig belegt.

Die beiden Verfahren, die das Lübecker Unternehmen für medizinische Labordiagnostik entwickelt hat, sind deren Angaben zufolge die weltweit ersten dieser Art. Beim Elisa-Test wird mit Antigenen gearbeitet, die in firmeneigenen Forschungslaboren hergestellt werden. Daran binden sich mögliche Antikörper aus der Patientenprobe. „Positive Ergebnisse sind ein deutlicher Hinweis auf eine Zika-Virus-Infektion“, sagt Katja Steinhagen, die Leiterin der Abteilung für Elisa-Infektionsserologie.

Mithilfe des ebenfalls von Euroimmun entwickelten Immunfluoreszenz-Tests können Ärzte die Probe parallel auf andere Fiebererkrankungen untersuchen. Das sei wichtig, weil in Lateinamerika auch Dengue- und Chikungunya-Viren im Umlauf seien. „Sie verursachen ähnliche Symptome und werden durch die gleichen Moskito-Arten übertragen wie das Zika-Virus“, sagt Steinhagen. Daher seien sie leicht zu verwechseln.

Der große Vorteil der Antikörper-Tests sei, dass sie zeitlich flexibler eingesetzt werden könnten als direkte Virus-Nachweise. „Das Zika-Virus ist nämlich nur in den ersten Tagen im Blut zu finden und spätestens nach einer Woche wieder verschwunden“, erklärt Euroimmun-Mitarbeiter Erik Lattwein. So lange dauere es allerdings meistens, bis ein Infizierter einen Arzt aufsuche. Denn anfangs habe er bei einer Zika-Infektion nur grippeähnliche Symptome wie leichtes Fieber, Kopf- und Gelenkschmerzen. Der für die Erkrankung typische rote Ausschlag komme meist erst ein paar Tage später. „Die Antikörper bleiben im Blut erhalten“, sagt Lattwein. „Dadurch haben wir für unsere Tests ein viel längeres diagnostisches Fenster. Auch ältere Proben können noch untersucht werden.“ Er hofft, dass auf diese Weise auch herausgefunden werden kann, wann das Virus nach Brasilien gekommen ist.

Im September vergangenen Jahres hat Euroimmun damit begonnen, den Elisa-Test zu entwickeln, die Vorbereitungen für den Immunfluoreszenz-Test laufen schon rund ein Jahr länger. Nach zahlreichen Tests sind beide nun seit wenigen Tagen für den Markt freigegeben. „Die Nachfrage ist groß“, sagt Lattwein. „Wir bekommen aus ganz vielen Ländern Anfragen.“ Die ersten Rückmeldungen seien positiv. „Wir gehen davon aus, dass unsere Tests gut funktionieren“, sagt Steinhagen.

In Dassow produziert Euroimmun zurzeit mehrere Tausend Test-Pakete pro Woche. Sie werden von dort an Institute und Labore in ganz Europa verschickt, aber auch nach Mittel- und Südamerika. Dort breitet sich das Zika-Virus momentan rasant aus. Steinhagen geht deshalb davon aus, dass die Nachfrage nach den Tests erst mal weiter steigen wird. Das sei aber kein Problem. Sie sagt: „Unsere Produktionsmenge ist noch steigerbar.“

Von Mücken übertragen
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen, um den internationalen Kampf gegen den Zika-Erreger zu erleichtern. Das Virus wird vor allem von der Mückenart Aedes aegypti übertragen und ist binnen weniger Monate in 26 Ländern Lateinamerikas aufgetaucht. Brasilien ist am stärksten betroffen. In Deutschland gibt es Experten zufolge keine Gefahr einer Ansteckung, da diese Mückenart hierzulande nicht vorkomme. Allerdings brachten einige Reiserückkehrer das Virus mit.

Janina Dietrich

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